Natur

Zum Leserbrief "Von Luchs und Wolf [... ]" (TV vom 20./21. Juli):

Für den künftigen Nationalpark dürfte gelten: "Hier jagt der Wolf, nicht der Jäger." Richtig betriebene Trophäenjagd unterscheidet sich im Ergebnis nur wenig von der Jagdweise des Wolfes, meint hingegen der erfahrene Forstmann. Eine Lanze für die Trophäenjagd? Offenbar. Aber auch andersherum wird ein Schuh draus: eine Lanze für den Wolf. "Er ist ein großer erfolgreicher Beutegreifer, der seine Funktion hat", sagt der Nabu. Muss, wer für den Wolf in heimischen Wäldern plädiert, auch für die Trophäenjäger sein? Gibt es eine Koalition oder wenigstens eine friedliche Koexistenz zwischen Naturschutz und Trophäenjagd im Naturpark? Ich glaube, das wäre ein Irrtum. Im Naturpark wird die Jagd eingestellt. Sie wird allenfalls noch im "professionellen Wildtiermanagement nach wildbiologischen Gesichtspunkten", sozusagen als "Jagd nach der Einstellung der Jagd" geduldet. Das kann nicht im Interesse der Jäger und der Jagd sein. Wer einmal an einer Gesellschaftsjagd teilgenommen hat, weiß, dass es sich um einen universalen und leidenschaftlich betriebenen Sport handelt, "Ferien vom Menschsein", wie der Philosoph Ortega y Gasset es nennt, ein Sich-Zerstreuen. Mit allen ethischen Komplikationen, die damit verbunden sind. Aber nur noch als Wolfsersatz zu jagen? Dazu sollten sich die Jäger zu schade sein. Peter Schuh, Trier