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Natur

Zu den Artikeln "Geld statt neuer Bäume: Ministerin will Waldgesetz ändern" und "Der Wald ist nicht gefährdet" (TV vom 31. Okt./7. Nov.):

Ich glaube, dass nun das Fass voll ist. Bei den Grünen (hier nicht nur Ulrike Höfken) kommt zur Unwissenheit über erneuerbare Energien jetzt auch noch Dummheit hinzu. Die Grünen sind von ihren Wurzeln weit entfernt; viele gehören noch mal auf die Schulbank, um im Öko-Bereich Nachhilfe zu erhalten. Die anderen etablierten Parteien besitzen mehr Verständnis für Natur und Umwelt als die "Öko-Partei". Hannelore Kraft als NRW-Ministerpräsidentin scheint als Einzige die Zusammenhänge im Bereich erneuerbare Energien zu kapieren. Wenn sie es vielleicht auch nicht studiert hat, sind ihr die Begriffe Grundnetzversorgung, Synchron-Windgeneratoren, 50-Hz-Synchronisation des Wechselstromnetzes (kann bei Windausfall von den Windkraftanlagen nicht erzeugt werden) bewusst gemacht worden. Hier in Rheinland-Pfalz scheine ich mit meinen Leserbriefen keine Mitdenker zu erreichen. Die Euro-Zeichen in den Augen der "Pachteinstreicher" für Windkraftstandorte versperren den Blick für jegliche Realitäten. Windkraft- und Photovoltaikanlagen sind kurzfristige Übergangstechniken, bestenfalls später mit Ergänzungscharakter. Welt-Energieprobleme werden sie in keiner Weise lösen. Über alternative Techniken zu Energiegewinnung habe ich nur in der Fachliteratur gelesen, aber nie in der Tagespresse. Für die Grünen scheint mir eine schöpferische Pause angebracht; sie haben sich meiner Meinung nach zu sehr an die "Macht im Staate" angepasst, schade! Hans Notermanns, Farschweiler Wer in der Vergangenheit ein Bauprojekt umsetzte, bei dem Wald gerodet werden musste, war gefordert, die dafür genutzte Fläche eins zu eins aufzuforsten. In der Praxis sah das dann beispielsweise so aus, dass auf einem Acker, auf dem im Herbst noch Energiemais stand, im darauffolgenden Frühjahr ein standortgerechter Mischwald aufgeforstet wurde. Der Vorteil ist nicht nur in den vielen unbestrittenen ökologischen Vorteilen des Waldes zu sehen, sondern auch darin, dass diese Fläche für die nächsten Jahrzehnte weder mit Fungiziden, Herbiziden und grundwasserschädigenden Nitratdüngern belastet wird, sondern dass der nachwachsende Rohstoff Holz der verarbeitenden Industrie und den Privathaushalten einmal zur Verfügung stehen wird. Nun ist es gerade eine grüne Umweltministerin, die allen Sonntagsreden zu den Feierlichkeiten "300 Jahre Nachhaltigkeit in der Waldbewirtschaftung" zum Trotz dieses oberste Gebot der Nachhaltigkeit in der forstlichen Bewirtschaftung de facto abschafft. Die Ministerin von einer Partei, deren Mitglieder - wären sie in der Opposition gewesen - sich bereits bei der Abholzung der Wälder für Windkraftanlagen medienwirksam an die Bäume gekettet hätten. Offensichtlich hat man auch aus dem schlechten Abschneiden bei der letzten Bundestagswahl nichts gelernt. Dass es letztendlich nur ums Geld geht, ist ebenso offensichtlich wie traurig. Thomas Gorges, Forstbeamter, Bergweiler Mit Erstaunen, ja mit großem Entsetzen las ich im TV, dass die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken bislang unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in einem vorauseilenden Erlass alle Forstämter angewiesen hat, auf Ersatzaufforstungen in unseren Wäldern zu verzichten. Noch bevor überhaupt das Thema und Gesetz im Landtag beraten und dort hoffentlich nicht verabschiedet wird. Welch ein seltsames Demokratieverständnis? 1713 formulierte der sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz erstmals den Begriff der "nachhaltigen Wirtschaft" und sicherte der Forstwirtschaft das "Patent" für die Nachhaltigkeit. Das Prinzip, nicht mehr Holz in unseren Wäldern zu nutzen, als im gleichen Zeitraum nachwächst, war geboren. Wir sind beim Dreiklang der Nachhaltigkeit angekommen. Wir nutzen den Wald, wir schützen das Ökosystem Wald, und wir sorgen dafür, dass man sich im Wald erholen kann. Ökonomisch, sozial und ökologisch. Sollte Frau Höfken die jahrhundertealte Forstpraxis weiterhin infrage stellen, wäre dies ja noch viel gravierender als ihr Prestigeobjekt namens Nationalpark. Woher soll dann die künftige Generation, bei mangelnden Ausgleichspflanzungen, das Holz nehmen? Man ignoriert einfach die große Nachfrage für die Holz- und Bauwirtschaft sowie den steigenden Pellets- und Brennholzbedarf und nimmt damit in Kauf, dass demnächst Holz aus Ländern importiert werden muss, mit geringeren Umweltstandards. Will Frau Ministerin das alles? Unglaublich! Karlheinz Weyand, Morbach