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Katholische Kirche: Neuer Schwung? Neue Freude? So nicht!

Katholische Kirche : Neuer Schwung? Neue Freude? So nicht!

Zu den Artikeln „Trierer Bischof tritt überraschend bei Strukturreform auf die Bremse“ und „Reform nimmt Stufe für Stufe“ (TV vom 11. Januar) schreiben Michael Koch und Josef Berens:

„Es kann nicht so weitergehen wie  bisher“, sagt Bischof Stephan Ackermann. Und: „Wir wollen das Evangelium mit neuem Schwung und neuer Freude leben!“

Doch dieser neue Schwung, der die Christen im Bistum freudig stimmen lässt, kann nicht durch größere Einheiten erreicht werden. Inhaltliche Dinge, zum Beispiel, dass geschieden Wiederverheiratete offiziell zu den Sakramenten zugelassen werden und nicht vom Gutdünken vieler Priester abhängig sind, und auch das Diakonat der Frau und die Aufhebung des Zölibats würden dazu beitragen, dass die Kirche lebendiger wird.

Eine Gebietsreform jedenfalls bringt keinen neuen Schwung und Freude für uns Katholiken im Bistum Trier. Dazu gehört mehr.

Michael Koch, Springiersbach

Das Problem ist doch, dass die katholischen Bischöfe die Zeit des notwendigen Handels einfach verschlafen haben und offenbar immer noch nicht aufgewacht sind. Jeder hat die Entwicklung des Priestermangels doch vor Jahrzehnten schon vorausgesehen. Nach dem  Motto: „Gibt Gott Häschen, gibt Gott Gräschen“, wie die Bischöfe es offenbar gesehen haben, musste es so kommen, wie es nun gekommen ist.

Dabei hätten sie doch Zeit und Möglichkeiten zum Reagieren gehabt, indem sie laisierte Priester wieder in Dienst genommen, das unsinnige Pflichtzölibat entsorgt und den schon an Schizophrenie grenzenden Widerstand gegen das Frauenpriestertum aufgegeben hätten.

Muss da nicht Unverstand oder eine kaum noch zu überbietende Verantwortungslosigkeit angeprangert werden? Nichts ist geschehen,  und die Herren Bischöfe stehen nun mit dummen Gesichtern da und versuchen, den Katholiken die eingeleitete „Entsorgung von über Generationen gewachsenen Pfarreien“  sogar noch als „Errungenschaft“ zu verkaufen.

Wieso will der Trierer Bischof über Jahrhunderte bestehende Pfarreien nicht, auch ohne eigenen Priester, weiter bestehen lassen? Ob da nicht Macht-, Geld- und Vermögensgier eine große Rolle spielen?

Muskelspiele des Bischofs, anstatt sich zu bewegen, dürften keine Lösung und auch keine christliche Reaktion beweisen, denn das Ganze geht leider zulasten der Sache selbst.

Die Zeiten sind doch, Gott sei Dank, vorbei, in denen Kirchenobere willkürlich, beliebig und eigennützig, sogar angeblich im Namen Gottes, so mit den Menschen umspringen konnten.

Josef Berens, Rommersheim