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Sport: Nicht allein der Sieg(er) zählt

Sport : Nicht allein der Sieg(er) zählt

Zum Artikel „Gegen Kamil ist kein Kraut gewachsen“ (TV vom 7. Januar) über die Vierschanzentournee schreibt Helga Burg:

Beim Lesen des Beitrags stellt sich mir die Frage, ob es ein zweiter Platz wirklich nicht mehr wert ist, genannt zu werden. Dass Karl Geiger dies unter der ungewöhnlichen Vorgeschichte noch erreicht hat, war eine hervorragende Leistung, welche auch oder gerade in Deutschland als solche anerkannt werden sollte. Oder gilt man als „Zweiter“ bereits als Verlierer? Ein Ansporn für junge Sportler, wenn nur eine/einer im Wettkampf vorne sein kann und sodann Anerkennung erhält, obgleich auch dahinter liegende Kämpfer ihr Bestes gegeben haben? Hier fehlt die Wertschätzung der Leistung aller. Mittlerweile ist diese Einstellung leider auch im Arbeitsleben angekommen. „The winner takes it all.“ Und die Medien unterstützen dies mit solchen Überschriften. Wenigstens als Untertitel des Berichts, und auch in diesem selbst, wäre ein Hinweis auf den zweiten Platz – und den dritten – angebracht gewesen und sollte selbstverständlich sein. Das macht auch die in kleinster Schrift gezeigte Gesamtwertung zum Schluss nicht wett. Durch eine ausschließlich auf den Sieger fokussierte Berichterstattung verlieren viele die Motivation an ihrem Tun. Eigentlich schade.

Helga Burg, Reil