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Katholische Kirche: Nicht ausgewogen

Katholische Kirche : Nicht ausgewogen

Zum Leserbrief „Nachts nicht schlafen, tags nicht in den Spiegel schauen“ (TV vom 8. Juni) meint Prof. Dr. Dr. h.c. Norbert Hinske, Trier:

Zu meinem Bedauern muss ich dem Leserbrief des Kollegen Hasler widersprechen. Ich habe zwölf Jahre lang katholischen Religionsunterricht gehabt. Danach habe ich zwei Jahre in Sankt Georgen studiert, von 1949 bis 1951, das heißt unter den Bedingungen der Nachkriegszeit: zwei Mann auf Strohsäcken pro Zimmer, ein gemeinsamer Großduschraum für 200 Studenten usw. Jahrelang habe ich später an den Thomas-Tagungen in Walberberg teilgenommen. Bei keiner dieser Gelegenheiten habe ich auch nur die geringste Spur von sexueller Belästigung erlebt. Deshalb kann ich einfach nicht nachvollziehen, dass der TV auf seinen Seiten immer wieder über angebliche oder tatsächliche Missbrauchsfälle im kirchlichen Raum berichtet, über alles das aber, was in Schulen, Sportvereinen usw. geschieht, so gut wie nichts. Ausgewogener Journalismus sieht für mich anders aus.