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Militär: Nicht freiwillig

Militär : Nicht freiwillig

Zum Artikel „Bleibt die F-16-Staffel in Spangdahlem?“ (TV vom 12./13. Dezember) schreibt Dr. Friedhelm Kirchen:

Im rheinland-pfälzischen Büchel lagern 20 heimlich modernisierte Atombomben, die ausschließlich für Ziele und Zwecke eingesetzt werden können, die der US- Präsident (als weltweiter Demokratie-Garant?) dafür festgelegt hat (vergleiche den Bericht im TV vom 28. April 2020).

Nachdem Spangdahlem seit Jahrzehnten die Bevölkerung mit Fluglärm terrorisiert, Flüsse und Bäche verseucht und die Bevölkerung aus der Luft mit Kerosin versorgt, halten viele Bürger und Politiker unseres Landes, unter anderen Innenminister Roger Lewentz, „die Entscheidung von Präsident Trump zum Truppenabzug aus Deutschland für grundsätzlich falsch“ – der Minister lobt „die guten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen der Standorte.“

Damit lässt sich rechtfertigen, dass Rheinland-Pfalz gemeinsam mit dem Bund weitere Millionen in den Erhalt maroder Provinz- sowie Militärflugplätze investiert. Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Vertreterin der früheren Anti-Kriegspartei SPD, meint: „Rheinland-Pfalz hat viele militärische US- Standorte [...] Eine gute Zusammenarbeit mit der US-Administration ist für uns ganz zentral.“ Falls ein amerikanischer Oberbefehlshaber eines Tages die „am meisten gefürchtetsten Waffen“ (TV vom 25. Februar 2020) einsetzt und Nato-Deutschland „zum Beistand verpflichtet ist“, verdrängen Frau Dreyer und andere Militärsympathisanten offenbar die Tatsache, dass vom „amerikanischen Flugzeugträger Rheinland- Pfalz“ im nächsten (Welt)Krieg nichts anderes übrig bleiben wird außer Ruinen und ihren eigenen Schattenrissen auf den Mauern der Staatskanzleien in Europa (siehe Hiroshima und Nagasaki).

Merke: Kein amerikanischer Oberbefehlshaber – egal ob Kennedy, Trump oder Biden – wird daher Deutschland mit seinen rüstungsbegeisterten Politikern und steuerfreudigen Bürgern jemals freiwillig verlassen.

„Amerika first“-Interessen werden nicht in Amerika verteidigt!

Dr. Friedhelm Kirchen, Gerolstein