Politik: Nicht warten, bis es zu spät ist

Politik : Nicht warten, bis es zu spät ist

Zum Artikel „Spahn will Versand­apotheken stärker regulieren“  und zum Kommentar „Apotheken-Schutz zu Lasten der Patienten“ (TV vom 18. Juli) schreibt Alois Meyer:

Lieber Stefan Vetter, es ist schade, dass auch Sie nicht erkennen, dass der Internethandel viele Angebote gerade in unseren ländlichen Regionen kaputt macht. So ist es bereits vielen kleinen Geschäften, den Postfilialen und anderen wichtigen Einrichtungen in der Fläche ergangen.

Als Kommunalpolitiker arbeiten wir permanent daran, unsere Dörfer und die ländlichen Regionen am Leben zu erhalten. Der Internethandel hilft uns dabei nicht.

Gerade im Bereich des Gesundheitswesens beklagen wir die Unterversorgung im ländlichen Raum. Ärzte schließen ihre Praxen, ohne einen Nachfolger zu finden. So wird es auch den Apotheken ergehen, wenn sich der Internethandel in dem Bereich voll entfalten kann.

Von der örtlichen Apotheke erwarten wir, dass sie für unsere Anliegen und Notfälle möglichst rund um die Uhr zur Verfügung steht. Die Versandapotheken bieten diesen Service nicht.

Mir ist ein gutes ortsnahes Angebot in möglichst vielen Bereichen wichtiger als die Jagd nach dem Schnäppchen im Internet. Leider merken viele erst, was verloren gegangen ist, wenn es zu spät ist.

Öffentliche Daseinsvorsorge bedeutet für mich, ein ortsnahes, qualitativ hochwertiges und preislich angemessenes Angebot in allen wichtigen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.

Deshalb halte ich den Vorstoß von Bundesgesundheitsminister Jens  Spahn, der vorsieht, dass Online-Anbieter weiter Arzneien auf Rezept vertreiben dürfen, sich  aber an die in Deutschland geltende Preisbindung halten müssen und keine Boni mehr gewähren dürfen, für absolut richtig.

Alois Meyer, Ortsbürgermeister, Klausen