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Leserbriefe: Notfalls Beugehaft

Leserbriefe : Notfalls Beugehaft

Zum Kommentar „Schwarzfahrer sind keine Schwerverbrecher“ (TV vom 24. Januar) schreibt Joachim Sels:

Natürlich ist Bernd Wientjes zuzustimmen. Aber was schlägt er denn vor, wenn notorische Schwarzfahrer und Wiederholungstäter einfach nicht bezahlen wollen – und das letztendlich auf Kosten der Allgemeinheit? Auch unter den Schwarzfahrern gibt es bestimmt noch Raucher. Zumindest denen nehme ich es nicht ab, dass ihnen das „erhöhte Beförderungsentgelt“ nicht zuzumuten ist. Fünf bis zehn Tage ohne „Kippe“ nützen der Gesundheit, und das nötige „Kleingeld“ wäre aufgebracht. Und wer pauschal unter Verweis auf zu wenig Grundsicherung in unserem Sozialstaat klagt, dem sei mitgeteilt, dass die von unseren zugereisten Mitbürgern (vulgo: Migranten) in die Heimat überwiesenen Milliarden den Gesamthaushalt des Entwicklungshilfeministeriums überschreiten – auch hier besteht in der Regel die Möglichkeit zu zahlen. Ich rede nicht über einige echte Härtefälle, sondern über die sogenannte bessere Gesellschaft. Herr Wientjes sollte einmal die Busfahrer der vom Luxemburger Staat bezuschussten Linien 112 & Co befragen. Ich kann bezeugen: Ein ehemaliger Mitarbeiter von mir (leitend, bei einer namhaften deutschen Großbank in Luxem­burg tätig) hat sich öffentlich damit gebrüstet, dass er sich die rund 80 Euro teure Monatskarte ja sparen könne, weil sowieso niemand kontrolliere. Da helfen nur drakonische Strafen – und für die Unverbesserlichen notfalls auch ein wenig Beugehaft!

Joachim Sels, Ralingen