Novembernebel

Herbstnebel gleiten scheu und mildzum Morgen, aus der Nacht. Mir scheint, als hätten sie ein Bildbehutsam heimgebracht.



Ein stummer Gruß? Ein Wiedersehn
für einen Augenblick?
Die Erdenzeit mit ihr war schön.
Ich denke gern zurück.

Das Wissen um die Endlichkeit
des Lebens ist bekannt.
Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit
liegt nur des Schöpfers Hand.

Vorbei. Vorbei. Ihr Platz bleibt leer,
und niemand nimmt ihn ein.
Der Abschied schmerzte, drang so sehr
tief in die Seele ein.

Ihr Strickzeug, das sie stets geliebt
verstaubt im Korb, verwaist.
Ein Trost, der Mut zur Hoffnung gibt,
sie sei doch nur verreist.

Verreist? Gewiss. Unendlich weit.
Die neue Heimat rief.
Ihr Domizil heißt Ewigkeit,
der sie entgegenschlief.

Wo lebt sie nun? Wo ist der Ort?
Wer weiß? Der Himmel weiß!
Trifft sie die alten Freunde dort?
Gedanken zieh'n im Kreis.

Noch schwebt ihr guter Geist im Raum.
Der Stimme voller Klang
ist oft präsent in manchem Traum,
mag sein, mein Leben lang.

Novembernebelflaum zerfällt,
steigt hoch hinauf. Zu ihr?
Bringt in den Frieden ihrer Welt
vielleicht den Gruß von mir.