NÜRBURGRING

Zum Artikel "Tödlicher Unfall stellt Betreiber des Nürburgrings vor neue Probleme" (TV vom 31. März):

Nachdem es einige Wochen ruhig war um den Nürburgring (zumindest was die Berichterstattung angeht), werden nun wieder Schlagzeilen am Fließband produziert. Zunächst durch einen Unfall, wie er im Rennsport immer wieder passieren kann und wird. Jeder Rennfahrer weiß um die Gefährlichkeit seines Berufes, und jeder Zuschauer sollte sich über die Gefahren im Klaren sein - wenigstens dann, wenn man sich -wie in diesem Fall - sehr nahe an der Strecke aufhält. Der Vorfall ist traurig und bedauerlich, aber sicher auch kein Anlass, den Rennsport jetzt in Grund und Boden zu verdammen. Noch toller sind jedoch die Schlagzeilen, die rund um die (geplanten) Veranstaltungen entstanden sind. Da war zuerst die Absage des Formel 1-Rennens am Ring, die nach langem Gezerre um Verträge und Gebühren dem Motorsport-Fan zeigte, wie gut der neue Besen, die Firma CNG, am Ring kehrt. Ein paar Tage später nun die Meldung, dass das geplante Rockfestival "Grüne Hölle" entweder komplett abgesagt oder aber in die Arena auf Schalke verlegt werden soll. Da frage ich mich: Welche Dilettanten sind denn dort am Werk? Scheinbar ist niemand in der Lage, am Nürburgring eine Veranstaltung zu organisieren. Anstatt sich mit Marek Lieberberg zu streiten, hätte man besser das bestehende Angebot (die Rede ist von 15 Prozent des Festival-Gewinnes) angenommen und das traditionsreiche "Rock am Ring" dort belassen, wo es hingehört. Sicher hätte man in den kommenden Jahren über die Verteilung der Gewinne mit Herrn Lieberberg neu verhandeln können. Aber jetzt das Festival komplett zu vergraulen, zeugt nicht gerade von unternehmerischer Weitsicht. Lieber 15 Prozent vom Gewinn als Einnahme verbuchen, als null Prozent von nichts. Und die Verluste, die mit der geplanten "Gegenveranstaltung" eingefahren werden, teilen sich jetzt CNG und DEAG. Sehr klug - in absehbarer Zukunft kann die CNG Insolvenz anmelden. Vielleicht wäre es sogar möglich gewesen, die Formel 1 an den Nürburgring zu holen, ohne hierbei große Verluste einzufahren. Die deutsche Automobilindustrie und die großen Werbepartner dieses Events hätten - kluge und frühzeitige Verhandlungen und Gespräche vorausgesetzt - hier sicher ihren Beitrag leisten können. Aber als Unternehmer muss man auch Ideen kreieren und Pläne entwerfen, die er potenziellen Partnern und Geldgebern vermitteln kann. Hier scheint bei der CNG doch sehr großer Nachholbedarf zu bestehen. Rainer Weinand, Maring-Noviand

Mehr von Volksfreund