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Nur dieser eine einzige Satz!

Gesellschaft Bärbel Eich Trier

Zum Leserbrief "Ab ins Paviangehege" (TV vom 18. November) und zur Sexismus-Debatte:
Da stimmt man der Quintessenz des Leserbriefs von Manfred Schmitz doch von ganzem Herzen zu: "Wer seine Stellung ausnutzt, um Frauen gegen ihren Willen gefügig zu machen, ist ein Dreckschwein." Stimmt!
Hätte der Autor doch nur diesen einen einzigen Satz geschrieben!
Leider muss man vorher lesen, dass die Geschlechter weitestgehend über sexuelle Signale kommunizieren, wobei "ureigenste Natur des ‚Weibes‘ ist, den Mann mit geschlechtsspezifischen Reizen auf sich aufmerksam zu machen". Und weiter: "Die Frau, die nicht sexuell wahrgenommen werden will, muss erst noch geboren werden." Im Anschluss folgt die Vermutung, dass dies ja nur sein könne, wenn "Frau" eine "verbitterte Frauenrechtlerin" ist.
Nun: Ich bin keine und ich weiß nicht, wie viele und welche Frauen Herr Schmitz kennt; in meinem Bekanntenkreis jedoch möchten die Frauen zuerst einmal als Persönlichkeiten wahrgenommen werden, die in Beruf und Familie geschlechtsunabhängig ihre Leistungen erbringen. Wir kommunizieren in diesen Bereichen übrigens verbal!
Weiter geht es: Das "‚Weib‘ hat eindeutig und klar zu signalisieren", wenn es nicht möchte, dann wird "Mann" zum Gentleman! Da stellt sich die Frage, ob ein schüchternes "Bitte nicht" gegenüber dem Vorgesetzten diesen zum Pavian werden lassen darf.
Bärbel Eich
Trier