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Katholische Kirche: Nur Geduld, Päpstin!

Katholische Kirche : Nur Geduld, Päpstin!

Zum Leserbrief „Weltfremd und selbstherrlich“ (TV vom 27. Februar) schreibt Hubert Clemens:

Monika Wächter aus Wittlich nimmt die Berichterstattung des TV über das Treffen der Bischöfe in Rom und zum Missbrauchsskandal zum Anlass, die Beteiligung des Staates am Erhalt der Kirche durch Millionen-Unterstützung zu beklagen, zumal dabei Steuergelder auch von aus der Kirche Ausgetretenen einflössen – angesichts der Vertuschung und Behinderung der Aufklärungsarbeit gewiss ein unhaltbarer Zustand. Unter diesem Aspekt wird sie es dann aber auch genauso beklagen müssen, wenn – wie im Fall des insolventen ordenseigenen Krankenhausträgers ViaSalus GmbH (unter anderem: Klinikum Mittelmosel Zell) daran gedacht wird, die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) an der Sanierung zu beteiligen, letztlich also mit den Pflichtbeiträgen der gesetzlich Versicherten, auch von solchen, die aus der Kirche ausgetreten sind.

Ferner beklagt Frau Wächter, dass sie „als Frau“ von der Kirche als minderwertig eingestuft wird; schlimmer noch: dass sie als „Trägerin einer erfundenen ‚Erbsünde‘ von hochdotierten Posten ferngehalten“ werde. Da kann man ihr nur zu etwas Geduld raten, eine Päpstin Monika wird über kurz oder lang im Zuge der auch in der Kirche nicht aufzuhaltenden Gleichberechtigung irgendwann vorstellbar werden.

Möglicherweise ist es aber auch der zeitliche Zusammenfall des römischen Bischofstreffens mit der derzeitigen Karnevalsberichterstattung in der Presse. Da sind die Bilder bei oberflächlicher Betrachtung manchmal ähnlich, und die weltfremden uralten „Herren“ in ihren etwas unvorteilhaft und altmodisch wirkenden Gewändern lassen ja tatsächlich auch 50-jährige Kardinäle ziemlich alt aussehen.

Hubert Clemens, Reil