Nur stundenweise Mutter

Ich kann viele Frauen verstehen, die arbeiten müssen, einfach aus finanzieller Not heraus. Sie sind trotzdem gute Mütter. Aber es gibt auch viele, die wegen der Karriere keine Kinder wollen. Diese Frauen wissen nicht, wieviel Freude Kinder zurückgeben.

Oder sie wollen nur ein oder zwei Kinder. Diese werden dann Kinderfrauen überlassen, auch um der Karriere willen. Ob sie deshalb schlechtere Mütter sind, kann ich nicht beurteilen. Auf jeden Fall sind sie nur stundenweise Mutter und bekommen so die kleinen und großen Sorgen und Nöte, die verschiedenen Entwicklungsstadien und vor allem die Freude, die die Kinder einem bereiten können nicht so mit, wie eine Mutter, die ganz für ihre Kinder da ist. Dies hat eine Ganztagsmutter der arbeitenden Mutter voraus. Wenn ein Familienvater allein genug Geld verdient, wäre es besser, eine Mutter bliebe zu Hause, bis die Kinder groß genug sind. Aber meistens geht es nicht anders. Wenn der Mann nicht genug Geld verdient, ist die Frau in der Regel gezwungen, arbeiten zu gehen. Ist es denn verwunderlich bei der heutigen Finanzlage der weniger begüterten Menschen? Und das ist der größte Teil in Deutschland. Man hat den Bundesbürgern, ohne sie zu fragen, den Euro aufgezwungen. Den Reicheren macht es nichts aus, aber was ist mit den anderen? Ihnen wurde mit der Einführung des Euro das Ersparte zwangsweise halbiert. Und bei vielen Preisen hat man das Gefühl, der DM-Betrag wurde einfach durch den Euro ersetzt. Jedenfalls reicht das Geld hinten und vorn nicht mehr. Ist es da verwunderlich, wenn Mütter arbeiten müssen, obwohl sie lieber bei ihren Kindern blieben? Gisela Otter, Zeltingen

Mehr von Volksfreund