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Gesundheit: Nur wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt

Gesundheit : Nur wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie schreiben Ralf Thelen und Marion Winzentowitsch:

Schlimme Zeiten für alle. Restaurants, Hotels und Kneipen geschlossen. Lockdown für Geschäfte und vieles andere. Kontaktbeschränkungen und Ausgangsbeschränkungen. Und deswegen verstehe ich eines nicht: Warum noch Ausübung von Profisport? Warum dürfen Fußballer reisen? Wo übernachten die Fußballer und wo werden deren Haare geschnitten? Wo essen die Fußballer? Dann die engen Kontakte beim Spiel? Umarmungen? Viele Fragen, die nicht nur den Profifußball betreffen. Ich könnte viele andere nennen. Das sprengt den Rahmen. Und jetzt meine Frage: Wo ist der Unterschied zwischen Profi- und Amateursport?

Warum spricht darüber niemand, warum fragt niemand nach? Alle anderen im Lockdown müssen sich veräppelt vorkommen.

Ralph Thelen, Trier

Zum Artikel „Dreyer: ,Kein Kind soll zum Verlierer der Pandemie werden’“ (TV vom 21. Januar):

Im Beschluss der Bundeskanzlerin und Länderchefs vom 19. Januar wird darauf hingewiesen, dass die Mutation B.1.1.7 des Sars-CoV2-Virus sich auch stärker unter Kindern und Jugendlichen verbreitet, als das bei dem bisher bekannten Virus der Fall ist. Auf Bundesebene bleiben Schulen geschlossen, bei Kitas wird „analog verfahren“.

Für Rheinland-Pfalz bedeutet „analog“ konkret: Schulen bleiben geschlossen, Kitas bleiben offen! Es bleibt den Eltern überlassen, ihre Kinder in die Kita zu schicken oder nicht, lediglich ein Appell soll sie davon abhalten. Den Eltern wird signalisiert: Es besteht kein Risiko für ihre Kinder, denn schließlich sind Kitas ja geöffnet. Ministerpräsidentin Dreyer sagt „Die Auswirkungen der Virusmutation, über die wir noch zu wenig wissen, bereitet uns aber Sorgen.“ Die Sorgen sind offensichtlich nicht groß genug, um wie im Frühjahr letzten Jahres erneut auf Notbetreuung in den Kitas umzustellen, um so die Anzahl der Kontakte zu reduzieren. Für Eltern werden erweiterte Betreuungsmöglichkeiten mit Home-Office und Verdopplung der Kinderkrankentage geschaffen. Solange die Kitas aber geöffnet bleiben, ist dies für Eltern schwer von ihren Arbeitgebern einzufordern. Anders als im Pflegebereich sind Abstand halten und Mund-Nasenschutz im Umgang mit kleinen Kindern nun mal nicht möglich. Auch die Ankündigung von Gesundheitsministerin Stefanie Hubig, künftig mehr Masken und häufigere Corona-Tests in Kitas anzubieten, sind daher nicht hilfreich und schützen schon gar nicht die Kinder vor einer Übertragung untereinander.

Mein Appell an die Eltern: Schützt euch und eure Kinder und nehmt die Betreuung in der Kita nur dann in Anspruch, wenn es wirklich keine andere Möglichkeit gibt. Denn auch hier gilt: Je weniger Kontakte, umso geringer ist die Gefahr, sich mit dem Virus zu infizieren.

Marion Winzentowitsch, Trier