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Energie und Umwelt: Nutzt die günstige Gelegenheit!

Energie und Umwelt : Nutzt die günstige Gelegenheit!

Zum Artikel „Gute Neuigkeiten aus der Luft“ (TV vom 18. Februar) schreibt Edmund Mertens:

Der Rückgang des Gases Stickstoffdioxid in der Stadt habe etwas damit zu tun, dass saubere Fahrzeuge eingesetzt würden. Also haben wir den Beweis, woher die Verschmutzungen kommen. Warum nutzen wir nicht die momentane Situation, um eine zügige Abwendung von fossilen Brennstoffen zu erreichen?

Wasserstoff ist die Zukunft. Viele Stadtbusse, LKW und andere Fahrzeuge fahren schon jetzt mit Wasserstoff. Thyssen-Krupp will den Energiebedarf durch Wasserstoff ersetzen. Würde die gleiche Summe für die Erforschung und den Einsatz von Wasserstoff verwendet wie damals für die Erforschung der Atomindustrie, so hätten wir unser Ziel schon erreicht. Hoffentlich verpasst die deutsche Autoindustrie jetzt nicht den Anschluss. Es gibt inzwischen circa 100 Wasserstoff-Tankstellen in Deutschland .Gäbe es zum Beispiel eine Tankstelle in Bitburg und Prüm, so würden sich jetzt schon Menschen in der Eifel ein Wasserstoffauto kaufen .

Warum werden Windanlagen, 20 Jahre alt, demontiert? Repowering nennt man das. Das alte Fundament ist sowieso zu klein für eine neue größere Anlage. Wir stellen doch besser einfach einen Container neben die Windanlage und produzieren direkt vor Ort Wasserstoff. Eine dezentrale Versorgung mit sauberer Energie wäre sichergestellt. Diese Container gibt es schon jetzt am Markt. Den überschüssigen Wasserstoff könnten wir dann zu Hause in unsere Heizungsanlagen umfüllen.

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist noch zu beachten: Die Luft ist jetzt sauberer, weil wir zur Zeit kaum Flugverkehr haben. Wie viele Kondensstreifen konnte ich vor dem Lockdown gleichzeitig am Himmel zählen? Es waren manchmal mehr als 20. Wir liegen hier in der Eifel in einem Hauptverkehrsknotenpunkt der Luftfahrt. Zusätzlich wird die Luft mit so vielen Fuel Dumpings belastet. Wenn das Ablassen von großen Mengen Kerosin in der Luft nicht gefährlich ist, das Kerosin verdampft angeblich sofort in der Luft, dann kann man den Treibstoff ja auch direkt neben den großen Flugplätzen wie Frankfurt oder Köln ablassen.Warum belastet man damit unsere schöne Eifel oder den Hunsrück? Unsere Politiker sind jetzt mehr denn je gefragt. Wollen wir wirklich den nachfolgenden Generationen eine völlig zerstörte Welt hinterlassen ? Es ist jetzt schon zehn nach zwölf.

Edmund Mertens, Roth