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leserbriefe
Oberflächlich betrachtet ...

Zur Berichterstattung über den Diesel-Skandal schreibt Robert Goergen:

Zuerst mal ist es gut, dass die Fehler, der Betrug oder wie immer man die Sache mit den falschen Abgaswerten und technischen „Spielereien“ nennen möchte, aufgeflogen ist und bekanntgemacht wurde. Lügner und Betrüger müssen bestraft werden. Die bösen Diesel-Autos ... dabei müsste jedem klar sein, dass Benziner nicht sauberer sind. Die große Alternative zu Verbrennungsmotoren heißt: Elektroautos. Sie stinken nicht. Wunderbar. Unsere Politiker haben es bisher versäumt, Klartext zu reden und schnell zu handeln. Ist ja auch irgendwie verständlich, wenn man mit den Chefs der Automobilkonzerne per Du ist. Und für alle, die es noch nicht wissen: Elektroautos sind nur oberflächlich sauber. Sie brauchen elektrische Batterien, und diese bestehen aus verschiedenen Metallen. Diese Metalle wachsen leider nicht auf Bäumen. Sie werden unter teils katastrophalen Umständen in Südamerika, Asien und Afrika aus der Erde geholt. Dafür werden dort Wälder abgeholzt, Flächen abgebrannt und chemische Stoffe zur Metallgewinnung ungefiltert in den Boden abgeleitet.

Waldrodungen haben wir auch hier, siehe die Braunkohle-Felder zwischen Köln und Aachen. Da könnten wir doch auch mit Holz- und Kohleautos fahren.

Noch eine wichtige Frage: Was ist mit den Heizungen und Öfen in unseren Häusern? Viele heizen mit Kohle oder Öl, und viele dieser Geräte haben mehr schlechte als gute Abgaswerte. Was ist mit den Frachtschiffen auf unseren Flüssen und den Passagierdampfern auf den Meeren, die beim Liegen im Hafen ihre Maschinen (verbrennen Schweröl) laufen lassen, damit die elektrischen Geräte funktionieren? Wann werden Oldtimer-Treffen und Autorennen verboten? Auch dort wird überall Benzin oder Diesel verbrannt. Es gibt noch viel zu tun, damit wir irgendwann vielleicht doch mal saubere Luft einatmen können.

Robert Goergen, Oberweis