Oberschlaues Bäuerlein

Zur Debatte um Michael Billen:

Hochdotierte Politprofis begehen laienhafte Anfängerfehler in der Finanzierung eines Großprojekts, erkennen irgendeinen als Bauernopfer, setzen einen Untersuchungsausschuss ein, und damit hat es sich. Ein oberschlaues Bäuerlein aus der Eifel besorgt sich illegal Polizeidaten, erklärt danach, es habe "eine überwältigende Solidarität" aus dem Parteivolk erfahren und habe eine "Vision der Zukunft der Eifel und der Gesellschaft" (Interview TV vom 09./10. Januar), darf aber weiterhin nach einer schwammigen Vereinbarung mit seiner Partei und damit für mich Bürger politisch handeln. Die Vereinbarung war wohl derart diffus, dass sie von ihm und seiner Partei völlig unterschiedlich ausgelegt wird. Noch nicht einmal wasserdichte Vereinbarungen können meine Landesoberen treffen. Wohlgemerkt, es handelt sich um politische Fakten, nicht um Beurteilungen wie etwa die Frage, wie Steuer-Erleichterungen später wieder auszugleichen sind.

Ich fürchte, dass unsere Volksparteien in der Bedeutungslosigkeit versinken. Ich sehe ein Farbtableau von immer blasser werdendem Schwarz und Rot, einem nur phasenweise leuchtenden Gelb, punktuell hell und dunkel aufblitzendem Grün, einem schon deutlich die anderen Farben überlappendem Dunkelrot und einem im Hintergrund schon deutlich erkennbaren Braun. Ich fürchte mich sehr.

Bertram Hoffmann, Wittlich

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