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Gesellschaft: Oh Freunde, nicht diese Töne

Gesellschaft : Oh Freunde, nicht diese Töne

Zu Rückblicken und Ausblicken schreibt Horst Schorle:

Nach einem Jahr voller Hiobsbotschaften möchte man es mit Ludwig van Beethoven, dem großen deutschen Komponisten, dessen 250sten Geburtstag wir im nächsten Jahr feiern, halten, und ausrufen: „Oh Freunde, nicht diese Töne, sondern lasst uns fröhlichere anstimmen und freudenvollere.“

Was haben wir im ablaufenden Jahr nicht alles an freudlosen Nachrichten zu hören bekommen.

Der Hype um das Klima und der angeblich kurz bevorstehende Weltuntergang. Es ist zehn nach zwölf und nicht mehr fünf vor zwölf, so die Panikmache vieler Aktivisten. Etwas weniger Aufregung hätte gutgetan.

Die Wirtschaft geht den Bach runter, wir stürzen in eine tiefe Rezession, orakeln Politiker und Vertreter der Arbeitgeberverbände bereits das ganze Jahr. Angst ist halt ein guter Motivationsfaktor, um die Menschen bei der Stange zu halten.

Dann die permanenten Diskussionen über die Groko und die seit Monaten anhaltenden Prophezeiungen über deren baldiges Ende. Und nicht zuletzt die Häme, die man über Kanzlerin Angela Merkel, AKK und andere bis zur Unerträglichkeit ausschüttet.

Die Arbeit und Leistung vieler Leute wird nicht mehr respektiert, sondern einfach so mal in pauschalen, nichtssagenden Reden abgewertet, wie das Zeugnis „grottenschlecht“, das Friedrich Merz und linke Politiker der Regierung ausstellen, die für dieses Land im sozialen, aber auch im Bereich Klima in der Vergangenheit viel getan hat. Dabei mag Kritik ja durchaus berechtigt sein, wie beispielsweise die fatale Gesundheitspolitik, die Jens Spahn betreibt. Aber die guten Dinge, die angeschoben oder erledigt wurden, sind doch ebenfalls anzuerkennen.

Man betreibt die Spaltung der Gesellschaft, indem Menschen, die sich abgehängt fühlen und Resignation und Unmut zum Ausdruck bringen, wie Aussätzige und schiebt sie in die rechte Ecke und lässt sie mit ihren Ängsten im Regen stehen. So kann eine Gesellschaft nicht funktionieren.

Beethoven hat uns in seiner neunten Sinfonie, einem eindrucksvollen Werk über Menschlichkeit, Respekt  und Nächstenliebe, ein wunderbares Schiller-Wort vertont: „Seid umschlungen Millionen! Diesen Kuss der ganzen Welt! Brüder – überm Sternenzelt muss ein lieber Vater wohnen.“ Diese Botschaft nur ansatzweise zu beherzigen würde uns alle ein großes Stück weiterbringen. Vielleicht klingen dann im kommenden Jahr die Nachrichten etwas fröhlicher, freuden- und hoffnungsvoller.

Horst Schorle, Ingendorf