Katholische Kirche: Orientierung in schwierigen Zeiten

Katholische Kirche : Orientierung in schwierigen Zeiten

Zu den Artikeln „Zahl der Kirchenaustritte im Bistum Trier auf Rekordniveau“ und „Ein neuer Schock und viele Schlussfolgerungen“ sowie  zum Kommentar „Schluss mit dem Vertrösten“ (TV vom 20./21. Juli) schreibt Franz-Peter Zilliken:

Sind Sie schon aus der Kirche ausgetreten oder planen Sie diesen Schritt? Eine Entscheidungshilfe:

Ein Mensch kommt zu einem Priester und sagt: „Ich möchte aus der Kirche austreten. Ich kann es nicht mehr ertragen. Immer neue Nachrichten über Missbrauch, fehlende Reformen, ob Zölibat oder die Benachteiligung der Frauen, die Auflösung der Pfarreien in unserem Bistum, die Machtstrukturen.“ Darauf sagt der Priester: „Fülle ein Glas mit Wasser und trage es durch die Kirche, ohne etwas zu verschütten. Dabei gehe auch die Stufen zum Altar und schaue auf Deinem Weg immer wieder zum Kreuz.“ Der Mensch tut wie gesagt und kommt zurück zum Priester. Dieser sagt: „Was ging Dir durch den Kopf, hast Du etwas von Deinen Gründen, weshalb Du die Kirche verlassen möchtest, bemerkt?“ „Nein“, antwortet dieser, „Ich war so konzentriert darauf, das Glas möglichst voll wieder zurückzubringen, dass ich daran nicht denken konnte“. „Siehst Du“, sagt der Priester: „Wenn Du Deinen Fokus auf Dich selbst lenkst, verändern sich die Prioritäten. Der Gang mit dem Glas Wasser soll Dein Leben symbolisieren. Es ist nicht einfach, die Balance zu halten, manchmal geht etwas daneben. Die Stufen zum Altar stehen für zweierlei. Sie weisen darauf hin, dass Du das schwierige Umfeld, in dem sich die Kirche befindet, nicht aus den Augen verlieren sollst. Und sie stehen für die Stolpergefahr, für die Schwierigkeiten in Deinem Leben. Der Blick zum Kreuz soll Dir Orientierung geben. Denn am Ende Deiner Tage wird Gott Dich nicht nach den Anderen fragen, sondern danach, was Du mit Deinen Fähigkeiten für seine Botschaft getan hast!“ 

(Quelle: frei übersetzte, auf die hiesige Situation übertragene Facebook-Nachricht aus Bolivien).

Franz-Peter Zilliken, Treis-Karden

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