1. Meinung
  2. Leserbriefe

Ossi Steinmetz: Unangemessen, überheblich, rücksichts- und verantwortungslos

Leserbrief : Unangemessen, überheblich, rücksichts- und verantwortungslos

Bahnstreik

Zu „Noch kein Licht am Ende des Tunnels“, TV, 26. August, und anderen Artikeln:

Hat Claus Weselsky, Chef der Bahngewerkschaft GDL, nichts Besseres zu tun, als in einer Zeit, in der Menschen als Folge von Naturkatastrophen in einem unvorstellbaren Ausmaß ums nackte Überleben und um ihr Hab und Gut kämpfen, in der Brandkatastrophen und Erdbeben Menschen  dahinraffen, in der die Taliban in Afghanistan durch Anschläge, Flucht und Vertreibung unvorstellbare Not und Elend, ja Todesangst hervorrufen, in der die Corona-Pandemie die Menschheit täglich vor neue Herausforderungen und Einschränkungen stellt, als durch Gehaltsforderungen und der Forderung nach weiteren finanziellen Verbesserungen Unmut, Unverständnis und Ärger bei den Bürgerinnen und Bürgern hervorzurufen.

Bei vollem Verständnis für die Arbeit der Gewerkschaft GDL, sich für Verbesserungen der Arbeitssituation der Lokführer einzusetzen, ist der Zeitpunkt mehr als grenz­wertig, dies gilt auch für den Umgangston gegenüber dem Vertragspartner. Ein bisschen mehr Bescheidenheit und Rücksichtnahme mit Blick auf die geballt auf uns lastenden Ereignisse stünde ihm besser zu Gesicht als die Lahmlegung des Zugverkehrs.

Betroffen von den Streiks sind Pendler wie Arbeiter und Schüler, Geschäftsreisende, Fahrten zum Einkauf und auch in den wohlverdienten Urlaub. Die sowieso schon stark gebeutelten Bürgerinnen und Bürger werden durch die wiederholt angezettelten Streiks in der Ausübung ihres Berufes und im Rahmen der Freizeitgestaltung unnötig und massiv beeinträchtigt. Sie wirken sich negativ auf das allgemeine Stimmungsbild in unserer Gesellschaft aus. Zu was der Großteil der Bevölkerung in Krisen fähig ist, beweist die in den geschilderten Situationen gezeigte und praktizierte Hilfsbereitschaft und Solidarität.