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Zum Kommentar "Linkes Soufflé" von Werner Kolhoff (TV vom 4. Juni):

Volksfreund-Korrespondent Werner Kolhoff hat recht, wenn er Oskar Lafontaine kritisiert. Dass ein offener, bodenständiger Politiker wie Dietmar Bartsch als Parteivorsitzender verhindert worden ist, schadet der Linkspartei. Dieser Partei nun aber die Totenglocke zu läuten, wird sich noch als Trugschluss erweisen. Auch die Linkspartei leidet unter den Piraten. Protestwähler, denen nicht nur wegen Hartz IV und Hungerlöhnen das Wasser bis zum Hals steht und die nun den "jungen Protest" wählen, werden sich fragen müssen, welche Partei überhaupt noch für ihre Interessen einsteht. Solange die SPD ihre eigene Dummheit mit staatstragender Verantwortung verwechselt (Zitat: Urban Priol, Kabarettist), zwischen Zustimmung und Ablehnung der Ziele der derzeitigen Regierung hin und her schwankt und die CDU in zwischenzeitlich fünf Bundesländern in "großen Koalitionen" an der Macht hält und damit eigene Ziele ad absurdum führt, ist gerade die SPD keine Alternative für die meisten Linksparteiwähler. Solange Finanzmärkte ganze Staaten zu Tode spekulieren und die Richtung der Politik bestimmen können, dies zur Verarmung des Staates und der mittelständigen Beschäftigten führt und Millionen Menschen schon längst den Anschluss verloren haben, wenn man seit Jahren für Finanzkrisen und Kriege Billionen von Euros verpulvert, die arbeitende Bevölkerung die Zeche zahlt und Mindestlöhne als Teufelswerk denunziert werden, braucht es Parteien und Politiker, die diese skandalösen Umstände auf den Punkt bringen und auf Abhilfe dringen. Hier sind über die Linkspartei hinaus alle Parteien gefordert, auch die Piraten. Blinder Egoismus und parteiinterne Selbstzerfleischung, nicht nur bei der Linken, führen dagegen zu Wählerfrust und Wahlverweigerung. Helmut Ayl, Wiltingen