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Pflege: Peinlicher Populismus

Pflege : Peinlicher Populismus

Zu den Artikeln „Landes-Ärztechef übt scharfe Kritik“ und „Der Streit der Kammern“ (TV vom 29. September) sowie „Pflegekammer verteidigt Wahlverschiebung“ (TV vom 30. September) schreibt Hans-Jürgen Müller:

Alle Pflegeexperten plädieren aufgrund von Corona für die Verschiebung der Kammerwahl. Es muss dem Gespann aus Ärztekammer und Verdi doch spätestens seit der Ausschusssitzung des Landtags peinlich bewusst sein, dass sie mit ihrem Populismus die Gesundheit der Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz und die pflegerische Versorgung gefährden. Alle Sachverständigen außer Verdi haben sich im Ausschuss eindeutig für eine Verschiebung der Wahl ausgesprochen.

Aus eigener Erfahrung weiß ich: Die Situation in den Altenheimen und ambulanten Diensten ist aufgrund von Corona immer noch verdammt ernst. Die Wahlvorbereitungen würden zu zusätzlichen Kontakten zwischen Pflegekräften führen und sowohl deren Gesundheit als auch die der Bewohner und Patienten gefährden.

Dass gerade die Ärztekammer die Situation herunterspielt und sich hier von der Gewerkschaft Verdi, die aus Angst um ihre Mitgliederzahlen die Kammer am liebsten abschaffen würde, vor den Karren spannen lässt, ist traurig.

Ich appelliere an die Abgeordneten im Mainzer Landtag, auf die fundierte Meinung der Pflegeexperten zu hören und hier die einzig richtige Entscheidung zu treffen.

Es geht um die Sicherstellung der Versorgung für unsere Eltern, Großeltern, Freunde und alle Menschen in Rheinland-Pfalz.

Hans-Jürgen Müller, Oberemmel