Plakativ und ungerecht

Zur Berichterstattung über die Tour de France (TV vom 19./20. Juli):

Als Radsportfan und Vater eines Radprofis wünsche ich mir eine objektivere Berichterstattung des TV. Meldungen über erneute Dopingfälle sind tatsächlich kaum noch zu ertragen und müssen natürlich gedruckt werden. Trotz alledem findet in Frankreich ein großes Sport-Ereignis statt und es ist sehr plakativ und ungerecht, das Wort Generalverdacht zu gebrauchen. Der Profiradsport wird eine Säuberung erfahren oder in ein paar Jahren nicht mehr existieren. Zitiert man eine einzige französische Zeitung, um zu dem Schluss zu kommen, die Tour würde in Frankreich in Frage stehen, kennt man den Stellenwert dieses Sport-Ereignisses nicht.

Es sollte also neben den Doping-Berichten auch noch eine gleichwertige Radsport-Berichterstattung geben. So war dem TV der zweite Platz eines Gerolsteiner Radprofis bei der fünften Etappe des Giro d'Italia nur eine Randnotiz wert, der großartige Auftritt des Teams Gerolsteiner bei der diesjährigen Tour fällt fast ganz unter den Tisch.

Der Radsport spielt seit Jahren mit dem Feuer, da muss niemand Öl reinschütten.

Heinz Fröhlinger, Hersdorf

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