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Luftfahrt: Politik, Geld, Größenwahn

Luftfahrt : Politik, Geld, Größenwahn

Zur Berichterstattung über die Entwicklung am Flughafen Hahn und bei dem Unternehmen Ryanair schreibt Manfred Mattes:

Corona kommt dem „irischen Trump“ O’Leary gerade recht. Was er in den letzten Jahren vorbereitete, kann er jetzt zügig vollenden. Es wurde seitens der Landespolitik nichts getan, um die totale Abhängigkeit des Hahn von Ryanair zu beenden. Wieder steht man vor einem Scherbenhaufen, der sich einreiht in die lange und teure Schlange von absolutem Versagen (Nürburgring, Flughafen Zweibrücken, Schlosshotel Bad Bergzabern et cetera).

Der „Hahn-Taler“, medienwirksam eingeführt zur Verbesserung der finanziellen Situation des Hunsrück-Flughafens, war nach einem Pupser von O’Leary wieder weg. Konsequenzen für die Entscheider – keine.

Der Hahn wurde und wird mit Steuermitteln künstlich am Leben gehalten, was die Verantwortlichen nicht abhielt, auf Betreiben eines Landtagsabgeordneten einen Handballverein der Umgebung zu sponsern. Konsequenzen – keine.

Stattdessen wird die Schönfärberei weiter betrieben. Man braucht kein Prophet zu sein, um zu sehen, dass der Hahn endgültig seine Augen zumachen wird, sobald die letzten Subventionen geflossen sein werden. Es ist eine gefährliche Melange aus Politik, Geld und Größenwahn.

Die Medien, insbesondere ein investigativer Journalismus, wären hier gefordert. Stattdessen Interviews mit unkritischen Fragen, schönen Bildern von der Alleskönnerin aus Schweich, bei der es Bling gemacht hat und die ihre Work-Life-Balance in Ordnung bringt, oder mit dem Kaschenbacher Madentonnen-Kritiker mit der Knarre ...

Und der deutsche Michel steht dabei, staunt, reibt sich die Augen und vergisst viel zu schnell.

Manfred Mattes, Thomm