POLITIK

Zum Kommentar "Hilfreiche Grippe" (TV vom 26. Februar):

Volksfreund-Korrespondent Werner Kolhoff meint, Sigmar Gabriel habe wohl gut daran getan, sich "eine Grippe zu nehmen" und nicht mit Merkels Kabinett nach Israel zu reisen. Er schreibt, Gabriel habe vor zwei Jahren "leichtfertig" Israel Apartheid vorgeworfen. Dies kann man auch anders sehen. Ich möchte nur Friedensnobelpreisträger Bischof Tutu erwähnen, der die gleiche Auffassung vertritt. Nur ist Gabriel nach zwei Tagen wieder eingeknickt und meinte, er sei in den von Israel besetzten Gebieten wohl zu emotional gewesen. Was soll eigentlich Merkels Reise, wenn sie dort mit Ehrungen zugehängt wird und sie dann zu verstehen gibt: Ihr könnt machen, was ihr für richtig haltet, und ich werde es absegnen. Wichtiges Thema dürften in Jerusalem wohl die Überlegungen in Europa sein, Waren aus besetzten Gebieten gesondert auszuweisen, was auch in einigen Handelskonzernen angedacht wird. Wie dem auch sei, so kann es nicht funktionieren, dass Israel Land annektiert und gleichzeitig Unterstützung einfordert. Auch Druck unter Freunden ist wohl mal angesagt. Man denke hier auch mal an die vielen Städtepartnerschaften, die es zu palästinensischen Städten kaum gibt. Walter Adam, Morbach