Politik

Zum Kommentar "Pfeifen im Walde" und zur Lage der FDP (TV vom 7./8. Januar):

Gleich zu Anfang seines Kommentars zum Auftritt von FDP-Chef Lindner hat Werner Kolhoff den Punkt getroffen; dieser Mann ist ein Blender. Wer die Gestik Lindners beim Dreikönigstreffen gesehen hat, konnte sich leicht an längst vergangene, ungute Zeiten erinnert fühlen. Inhaltlich war seine Rede mit wohlfeilen Phrasen überladen, anstatt mit der eigenen Partei auch nur ansatzweise ins Gericht zu gehen. Der Bankenskandal ab 2008 und die Abwanderung vieler Unternehmen in Billiglohn-Länder trugen zu großen Teilen die Handschrift der damaligen FDP mit ihren Liberalisierungs- und Deregulierungsparolen. Das Gerede von der "Eigenverantwortung der Bürger" hieß damals wie heute nichts anderes als die völlige Demontage des Sozialstaats zugunsten derer, die damit fetten Reibach machten. Was Westerwelle, Brüderle und Kollegen mit ins Werk setzten, führte zur größten Nachkriegskrise, die Europa bisher erlebte. Auch, weil diese Partei alles versprach und nichts hielt, flog sie - völlig zu Recht - aus dem Parlament. Die Behauptung, Deutschland brauche diese Partei, müsste eines zur Voraussetzung gehabt haben: Einsicht, Demut und wenigstens die Absicht zur Besserung. Nichts davon ist zu bemerken. Großmäulige Schickimickis laufen schon genug in der Politik herum. Wir bräuchten echte Macher und Kümmerer. Peter Trauden, Heilbach