Politik

Zu den Artikeln "Landes-CDU zieht mit Vorschlag zu Kita-Gebühren in die Kommunalwahl" und "Landes-CDU will Wirtschaft zum zentralen Thema machen" (TV vom 22. Januar):

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Schnelligkeit heutzutage teure Konzepte entworfen und wieder verworfen werden. Noch vor gar nicht langer Zeit galt die Erziehung außerhalb der eigenen vier Wände, nämlich in Tagesstätten, als das Nonplusultra der Bildung schlechthin. Sozialverhalten fördern, Sprachentwicklung sichern und dergleichen mehr. Mütter sollten und wollten sofort, am besten kurz nach der Entbindung, arbeiten gehen. Großspurig war die Rede von Karriere machen, alles unter einen Hut bringen, flexibel sein. In Wahrheit erwartete die meisten Mütter irgendein 400-Euro-Job, und nur wenige schafften es, zu den gleichen Konditionen wie vor der Geburt des Kindes an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Die allermeisten übrigens nur mit Hilfe der altbewährten Oma, die dann einspringt, wenn die Tagesstätte längst geschlossen ist, das Kind wegen Fieber nicht hinkann oder Ferien sind. Jetzt plötzlich stellt man fest, dass die Tagesstätte doch zu teuer ist, das Kind dort nicht sprechen lernt (wieso eigentlich, wo doch in Mainz sogar die spanischen Erzieherinnen eingetroffen sind, da müsste das Kind doch gleich zweisprachig plappern) und eben insgesamt nicht genug Personal vorhanden ist, um dem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Darüber hinaus wurden Tagesmütter ausgebildet, die nun aber nicht in Tagesstätten eingestellt werden, damit die Erzieherinnen sich nicht degradiert fühlen. Stattdessen sollen diese Tagesmütter nun die Ersatzoma für Randzeiten spielen, die von öffentlichen Einrichtungen nicht abgedeckt sind. In einer Art Scheinselbstständigkeit arbeiten sie freiberuflich, alles zum Wohle der Bildung. Mann, was hatten wir es doch einfach. Früher, als Eltern: Wir sind einfach nicht in Urlaub gefahren, haben die ältesten Autos gefahren, kauften die Klamotten Second Hand, waren die besten Kunden der Bibliothek in Sachen von "Ausleihen von Bilderbüchern", nahmen die schlechtesten Jobs an, um auf jeden Fall die Bildung unserer Kinder selbst auf die Reihe zu kriegen. Und was wurde aus diesen Kindern? Nach dem Uni-Abschluss erst mal Praktikant, dann noch mal Praktikant und dann bekamen sie selber Kinder. Aber immerhin: Sprechen haben sie doch gelernt. Und wie! Angela Junk, Bitburg Sind das wirklich schon zweieinhalb Jahre, die wir Rheinland-Pfälzer unter Rot-Grün leiden? Das bedeutet, die halbe Legislaturperiode ist vorbei, aber verändert hat sich nichts? Der Nürburgring hängt wie ein Klotz am Bein der Landesregierung, der Flughafen Hahn bereitet zunehmend Probleme, von der verkorksten Kommunal- und Verwaltungsreform ganz zu schweigen. Gute Regierungsarbeit sieht anders aus. Da klingen die Vorschläge der CDU-Fraktion deutlich besser. Bleibt abzuwarten, wie die SPD-geführte Regierung mit den Oppositions-Ideen umgehen wird. Michael Felix Fischer, Trier