Politik

Zu den Texten "Diskriminierende Äußerung über Malu Dreyer sorgt für Streit" (TV v. 19. Feb.) und "Neue Beleidigungen [... ]" (TV v. 20./21. Feb.):

Wir befinden uns mitten im Wahlkampf. Da wird immer wieder geholzt, oft überzogen, hart gekämpft. In solchen Zeiten fassen sich die politischen Parteien selten mit Glacé-Handschuhen an. Damit kann man leben. Wer sich aber, wie der CDU-Lokalpolitiker Daniel Wilms aus Koblenz, in menschenverachtender, ja widerlicher Art und Weise über die an Multipler Sklerose (MS) erkrankte Ministerpräsidentin Malu Dreyer äußert, darf in einer demokratischen Partei keinen Platz mehr haben. Wer also die Schmähung in die Welt setzt, "Frau Dreyer solle aufgrund ihrer MS-Erkrankung Erwerbsminderungsrente beantragen und abtreten", und wer meint, "sie wolle auf der Behindertenmitleidsschiene fahren", der ist offensichtlich völlig von der Rolle. Da ich selbst seit 1979 an MS erkrankt bin, sind diese Äußerungen schwer zu ertragen. Sollen zukünftig etwa Menschen mit einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung anders behandelt werden als andere Menschen? Ein Zurück in die Vergangenheit wird es nicht geben. Ich fände es wichtig und richtig, wenn die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner auch in der eigenen Partei klare Kante zeigt und die Beleidigungen ihres Parteikollegen Wilms nicht nur als "geschmacklos" bezeichnet, sondern einen solchen Mann mit einem kräftigen Tritt aus der CDU befördert und darüber hinaus noch die Größe aufbringt, sich schlicht und einfach bei Malu Dreyer öffentlich zu entschuldigen. Man darf gespannt sein! Hermann-Josef Hauth, Hupperath, Mitglied der MS-Selbsthilfegruppe Bernkastel-Wittlich Nicht nur, dass es eine große Schande ist, Frau Dreyer so zu beleidigen, hier hätte Frau Klöckner mal eine klare Kante zeigen können, so wie sie das immer lautstark propagiert. Mit Stil hätte sie Frau Dreyer persönlich anrufen müssen und sich entschuldigen, trotz Wahlkampfs! Günther Schmitz, Traben-Trarbach Als Parteiunabhängiger bin ich zutiefst erschrocken, dass ein Funktionär der CDU Koblenz Frau Dreyer in unflätiger Manier wegen ihrer Krankheit (MS) verunglimpft hat. Er hat wohl vergessen, dass auch der Bundesfinanzminister Schäuble leider im Rollstuhl sitzen muss. Diese Art von Missachtung kranker Menschen gehört der Vergangenheit an. Horst Ludes, Hennef