Politik

Zur Berichterstattung über die geplante Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr in Deutschland und zum Leserbrief "Idiotisch und frech" (TV vom 12./13. Juli):

Lieber Herr Schammel, ich glaube, es geht Ihnen gar nicht um die Mautpläne. Haben Sie etwa ein Problem mit den Deutschen allgemein? Die Adjektive "idiotisch" und "frech" zu benutzen, zeugt von wenig Sachlichkeit. Und Ihre Aussage "Das deutsche Volk über allem ..." ist äußerst unpassend und provokativ. Um Ihr Bild von den Deutschen zu bestätigen: Warum pflastern Sie nicht für uns Ihre Autobahnen mit Gold, damit wir, um nicht zu verhungern, noch exklusiver einreisen können?! Heike Wacht, Körrig Dass unsere Nachbarn bei der Erhebung einer Maut auf allen Straßen in Deutschland sehr ärgerlich reagieren, kann ich mir lebhaft vorstellen. Das ist so was wie Wegezoll beziehungsweise Eintrittsgeld, wenn man unser Land betreten, besser gesagt: befahren möchte. Ich wüsste kein Land in Europa, wo es so etwas gibt. Auf den Autobahnen ist es ja in einigen Ländern so, aber dann können die Leute wenigstens auf die anderen Straßen ausweichen. Aber nur die Autobahnen zu besteuern bringt in Deutschland nicht so viel, dass es den ganzen Aufwand lohnen würde. Ich bin total dagegen! Noch nennt man es Abgabe, weil es dann angeblich in einen anderen Topf kommt als Steuergelder. Wer\'s glaubt. Außerdem fürchte ich, dass wir Deutschen letztendlich nicht ungeschoren davonkommen werden. Wenn sich die Aufregung gelegt hat, wird sicherlich die KFZ-Steuer auf irgendeinem Wege erhöht. Spätestens während der nächsten Fußball-Europameisterschaft. Dieses Vorgehen unserer Regierung hat mittlerweile ja schon Methode. Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft war es der Handel mit den Lebensversicherern. Gerlinde Müller, Konz Herr Schammel gehört offensichtlich noch in die Generation der unserer Geschichte geschuldeten Deutschverächter. Seit 22 Jahren arbeite ich - gerne - in Luxemburg, habe täglich mit Luxemburgern zu tun und mache dabei überwiegend gute Erfahrungen. Leider gibt es nach wie vor einige Luxemburger wie Herrn Schammel, die glauben, von den Grenzgängern und Ausländern lediglich ausgebeutet zu werden. Zu behaupten, man "rette sich dort vor dem Verhungern", ist eine Frechheit. Wo stünde denn Luxemburg ohne das Ausland und seine Arbeiter? Ohne Frage profitiere ich von den Vorteilen, die Luxemburg bietet, leiste im Gegenzug aber gute Arbeit und muss mich daher nicht schämen, die Leistungen des Landes in Anspruch zu nehmen. Wir sind Weltmeister, Herr Schammel! Das dürfte Sie doch unglaublich gefreut haben! Petra Carvalho-Lemmer, Wintersdorf Der Leserbrief des Herrn Schammel aus Luxemburg ist der jämmerlichste Beitrag, der jemals auf der Leserbriefseite des TV gedruckt wurde! Jeder weiß, dass Luxemburgs Reichtum zum großen Teil aus den Gewinnen der Banken resultiert, die ermöglicht wurden aus Geldwäsche, Steuerflucht und Schwarzgeldgeschäften. Den meisten südeuropäischen Ländern ginge es wahrscheinlich besser, wenn Luxemburg die Verfolgung von Steuerbetrügern und Schwarzgeldprofiteuren aufnehmen würde, viel Geld würde nach Spanien, Griechenland und Portugal zurückfließen, die damit viel für ihre Infrastruktur tun könnten. Peter Steinmetz, Trier