Politik

Zur Berichterstattung über die Strategie der Nato in Europa und zum Konflikt mit Russland:

Die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung des Westens mit Russland steigt. Diesmal hat nicht Russland die Krise ausgelöst, sondern die Nato, die eine Expansion nach Osten betreibt und damit überflüssigerweise Russland provoziert. Man muss sich fragen: Wer könnte solch eine Auseinandersetzung, die sich leicht zu einem Weltkrieg auswachsen kann, wirklich wollen? Der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, will den Westen an der Seite seines Landes in einen Konflikt mit Russland treiben. Poroschenko spricht von einem "richtigen Krieg" mit Russland, bei dem der Ukraine geholfen werden müsse. Die von den USA dominierte Nato und die EU setzen tatsächlich laufend zweideutige Maßnahmen, die zwar nicht die ukrainischen Wünsche zur Gänze erfüllen, aber die beiden westlichen Organisationen doch verpflichten. Somit wächst die Gefahr, dass der Westen in eine militärische Auseinandersetzung mit Russland schlittert. Nicht beachtet wird im Westen, dass die Krim nicht irgendeine Halbinsel ist, die Russland mutwillig erobert hat. An der Krim ist die russische Schwarzmeerflotte auf der Grundlage eines Vertrags zwischen Russland und der Ukraine stationiert. Die engen Kontakte zwischen der Ukraine und der Nato ergaben die Perspektive, dass die russische Flotte sich plötzlich innerhalb der Nato befinden würde. Diese Aussicht musste in Moskau Alarm auslösen, und somit erschien die Besetzung der Krim eine naheliegende, verteidigungspolitische Reaktion auf die Aktivitäten der Nato und der EU. Allein aus diesem Grund wird Russland die Krim nie zurückgeben, auch wenn die verhängten Sanktionen des Westens noch Jahrzehnte andauern würden. Die EU schadet sich selbst mit den vielen Milliarden Euro, die der Wirtschaft entgehen. Es ist daher unbegreiflich, dass die Nato mit ihrer unsinnigen Osterweiterung die Gesprächsbasis mit Moskau vernichtet hat: Nur eine Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau kann vermeiden, dass die Türkei, der Iran und Saudi-Arabien einen Weltkrieg auslösen. Oder ist ein Weltkrieg gewollt?! Sind die Militärs so einflussreich, dass sie Krisen schüren können, die ihre Bedeutung in den Vordergrund rücken? Oder sind es die Waffenfabrikanten, die im Frieden kein Geschäft machen und geschickt Kriege anzetteln? Oder finden zu viele Politiker, die nicht in der Lage sind, die ihnen gestellten Aufgaben zu lösen, dass ein Krieg doch ein probates Mittel wäre, um von der eigenen Unfähigkeit abzulenken? Wiegen sich die Kriegstreiber in der Illusion, dass hier nur "lokale" Kämpfe in der Ukraine oder im Nahen Osten drohen und man in Washington oder Brüssel das Blut nicht riechen würde? Müssen nicht alle diese Fragen mit Ja beantwortet werden? Albert Krewer, Zemmer