Politik

Zum Artikel "Seehofer warnt Merkel vor zu großer Nachsicht mit Türkei" (TV vom 23. Mai) diese Meinungen:

Wenn alle sich so gebärden würden wie Seehofer, Stoiber und Söder, dann wären wir in Europa sehr schnell am Ende. Natürlich muss Erdogan ganz klar und deutlich hören, dass er so keine Aussicht auf die EU-Mitgliedschaft hat. Nur können die Probleme mit viel Reden, Beharrlichkeit und einem respektvollen "Miteinander" gelöst werden. Bestes Beispiel ist unsere Erzfeindschaft mit Frankreich. Angefangen bei Adenauer bis zu Frau Merkel ist dies ein Beweis, dass Feindschaften schlimmer Natur auch friedlich gelöst werden können - nein, sogar eine belastbare Freundschaft entstehen kann. Ganz klar muss der Zuzug von Flüchtlingen begrenzt werden, aber dies mit Mauern und Zäunen zu machen, ist mehr als schlimm. Haben wir Deutsche noch nicht genug von Mauern, Zäunen und Schießbefehlen? Auch Bayern hat dadurch viele Jahre gelitten, die persönliche Freiheit war eingeschränkt, die Familien waren teilweise auseinander gerissen. Wollen wir dies noch einmal haben? Bayern ist stark, weil viele Firmen ihre Erzeugnisse in der ganzen Welt verkaufen können. Stellen Sie sich einmal vor, BMW könnte seine Autos nur in Deutschland anbieten - der Konzern müsste wohl viele Mitarbeiter entlassen. Abschottung ist wahrlich keine Lösung. Nur durch Reden und gute Beispiele können uns unsere Nachbarn verstehen und akzeptieren. Wenn Seehofer in Europa der Verhandlungsführer wäre, bestünde die Gemeinschaft bereits nicht mehr. Es wäre an der Zeit, ihm die Gelbe Karte zu zeigen, wenn nötig: Gelb-Rot. Wir sind auf Europa und die Welt angewiesen. Herr Seehofer sollte die Bemühungen von Frau Merkel und Herrn Steinmeier, die sich in der ganzen Welt für Freiheit, Verständigung und Frieden einsetzen, nach Kräften unterstützen. Josef Bach, Birresborn Ich bin längst nicht mit allem einverstanden, was Angela Merkel im Umgang mit Erdogan unternommen hat. Ich halte es jedoch für unerträglich, wie der CSU-Chef Horst Seehofer öffentlich mit der Bundeskanzlerin verfährt. Horst Seehofer erteilt meist keine sachlichen, sondern vergiftete Ratschläge. Richtig ist, dass Deutschland sich nicht erpressbar von Erdogan machen darf. Seehofer entpuppt sich jedoch mehr als Dauerschreier denn als Problemlöser. Die oft böswilligen Angriffe und persönlichen Diffamierungen dienen ausschließlich dem Ziel, Angela Merkel zu verunglimpfen. Für mich heißt das: Populismus schlägt Vernunft. Statt sachlicher Argumente erhebt Seehofer unrealistische Forderungen. Dadurch herrscht zwischen CDU und CSU vermehrt politische Nahkampfzone. Partei gegen Partei, CSU-Vorsitzender gegen CDU-Vorsitzende, Entscheidung gegen Entscheidung. Keiner macht sich klar, dass mit solchen "Spielregeln" allgemeines Misstrauen erzeugt und jede konstruktive Regierungsarbeit auf Dauer unmöglich gemacht wird. Wer so unnötig öffentliche Schlachten wie Horst Seehofer zelebriert, darf sich nicht wundern, wenn sich immer mehr Bürger von den Parteien abwenden und es Zersetzungstendenzen der Volksparteien CDU und CSU gibt. Am Ende führt das zum Aufstieg der AfD. Ich bewundere Angela Merkel und ihre starken Nerven, frage mich aber auch, wann sich die CDU endlich schützend vor ihre Parteivorsitzende stellt. Wie lange lässt sich die Kanzlerin von ihrem Koalitionspartner öffentlich bloßstellen? Man kann Horst Seehofer nur raten, seine populistische Hetzjagd im Interesse unseres Landes zu beenden. Markige Sprüche kommen beim Provinzpublikum in Bayern sicherlich gut an. Seriös sind sie aber nicht. Manfred Maximini, Trier