POLITIK

Zum Artikel "Parteien sorgen sich um Wahlbeteiligung" und zu den Kommentaren "Überfällige Vorschläge" und "Abstruse Vorschläge" (TV vom 11./12. April):

Beim Lesen des Berichts wurde mir schlagartig klar, warum sich die Parteien denn so sorgen um die Wahlbeteiligung. Bisher sind wir doch alle davon ausgegangen (worden), dass die Wahlbeteiligung bei der letzten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im März 2011 an die 62 Prozent betrug. Gegenüber der Vorwahl sogar etwas steigend, also kein Grund zur Besorgnis. Nun aber der Hammer! Der TV hat nach vier Jahren herausgefunden: "… nicht einmal jeder Dritte machte bei der Landtagswahl vor vier Jahren von seinem Wahlrecht Gebrauch …" - oho, so war das! Von 100 Wahlberechtigten also weniger als 33 Personen, das entspricht einer Wahlbeteiligung von etwa 33 Prozent (und nicht von 62 Prozent, wie bisher geglaubt). Fürwahr besorgniserregend! Sind wir denn nun all die Jahre (wie üblich) hinters Licht geführt worden, oder hat da etwa jemand die fünfte Schulklasse geschwänzt? Christoph Wallenborn, Neroth Wer soll den Wahldienst von acht Uhr bis 22 Uhr oder an mehreren Tagen denn machen? Dann auch noch bis morgens auszählen! Es werden jetzt schon nur mit Müh und Not Wahlhelfer gefunden. Das Problem liegt nicht daran, dass die Wahllokale um 18 Uhr schließen. Wer wählen will, bekommt das bis 18 Uhr locker hin. Vielleicht sollte man einige kritische Entscheidungen über Volksabstimmungen entscheiden und nicht durch die Mehrheitsfraktionen in Räten und Parlamenten, wo manchmal auf Teufel komm raus ein kostspieliges Projekt durchgeboxt wird. Einen Versuch wäre es doch wert: alle Wahlunterlagen zusenden! Dieter Klever, Ortsvorsteher Konz-Tälchen Ich bin leicht erschrocken. Nicht weil Herr Haustein-Teßmer eine sehr eigenwillige Meinung zu den Überlegungen zur Verbesserung der Teilnahme an Wahlen hat. Richtig sauer bin ich ob des Gebrauchs seines Vokabulars. Junge Leute mögen "keinen Bock" auf gewisse Dinge haben, aber - mit Verlaub: "keinen Bock auf Politiker"? Das ist nicht nur unfair verantwortungsvollen Volksvertretern gegenüber, sondern auch geschmacklos. Da lobe ich mir Herrn Seydewitz\' Kommentar zum gleichen Thema! Joachim Schröder, Pronsfeld