Politik

Zum Ausgang der Bundestagswahl:

Das Wahlrecht in Deutschland widerspricht in unsäglicher Weise der demokratischen Legitimation. Anhand des vorläufigen Wahlergebnisses der Bundestagswahl 2013 kann man dies erkennen. 1. Gewählte Abgeordnete. Nach dem Wahlrecht besteht der Bundestag aus 598 Abgeordneten. Von 61,8 Millionen Wahlberechtigten beteiligten sich nur 71,5 Prozent = 44,2 Millionen an der Wahl. Auch wenn nur 71,5 - oder noch weniger - gewählt haben, besteht der Bundestag immer aus 598 Abgeordneten, obwohl davon 28,5 Prozent ganz einfach nicht gewählt sind! 2. Überhangmandate. Zu den 598 gesetzlichen Abgeordneten kommen noch mal 28 Überhangmandate hinzu, die ebenfalls nicht gewählt wurden, sondern - anstatt nach dem d\'Hondt-System - nach dem Stimmenanteil aller Parteien innerhalb der 598 Sitze verrechnet zu werden. Die 28 Überhang-Abgeordneten wurden ganz einfach nicht gewählt. 3. Ungültige Stimmen. Von den 44,2 Millionen Wählern gaben etwa zwei Prozent ungültige Stimmen ab. Diese ungültigen Stimmen müssten der Gerechtigkeit halber von den 44,2 Millionen abgezogen werden, so dass nur rund 43,3 Millionen eine Partei oder einen Direkt-Kandidaten gewählt haben. 4. Verfallene Stimmen. Bei der Bundestagswahl waren wegen der willkürlich festgesetzten Fünf-Prozent-Klausel insgesamt 15,7 Prozent = circa sieben Millionen Wählerstimmen = jede sechste Stimme zwar gewählt, kamen aber überhaupt nicht in den Bundestag. Während also sieben Millionen Wählerstimmen einfach "verfallen", werden diese sieben Millionen Wählerstimmen trotzdem innerhalb der fünf "Wahlgewinner" unter den 598 Sitzen mitverteilt, obwohl sie überhaupt nicht für diese "Gewinner" abgegeben wurden. So hätte zum Beispiel die CDU nicht 34,1 Prozent, sondern nur 28,8 Prozent Stimmenanteil. 5. Gültig gewählte Abgeordnete. Gültig gewählt haben nur 43,3 Millionen Netto-Wahlberechtigte (von 61,8 Millionen). Nur diese Wähler haben den Bundestag ordnungsgemäß bestimmt, so dass von den 598 Abgeordneten des Bundestages auch nur etwa 419 Sitze besetzt werden dürften (598 : 61,8 x 43,3)! Alle weiteren 211 - nicht gewählten - "Abgeordneten" sitzen zu Unrecht im Bundestag. 6. Fazit. Alle sogenannten "demokratischen Volksvertreter" und viele sogenannte "Politik-Wissenschaftler" halten das Wahlsystem für gerecht, eminent und demokratisch. Ich kann darüber nur müde lächeln und dieser "demokratischen Legitimation" mit noch größerer Politikverdrossenheit entgegen stehen. Übrigens: Ich fühle mich in meiner Auffassung bei Wahlen zunehmend bestätigt - ich werde in Zukunft jedwede Wahl ignorieren, denn: "Demokratische" Wahlen = große Volksverdummung! Gerlach Pfeiffer, Kirchweiler