Politik

Zum Artikel "Jetzt kommt eine Grausamkeit nach der anderen" (TV vom 17. Mai):

Meinung

Eklatante Fehlentscheidung
Frank Giarra trifft in seinem Kommentar den Nagel auf den Kopf: "Bei der Bildung sollte nicht gespart werden, sie wurde im Wahlkampf als unantastbar bezeichnet. Wenn aber 2000 Lehrerstellen gestrichen werden, kann davon keine Rede mehr sein." Zu Recht gehen Lehrergewerkschaften und -verbände auf die Barrikaden. Was der TV jedoch nicht erwähnt hat, sind die Elternbeiräte und Eltern. Als langjähriger Elternvertreter auf regionaler als auch auf Landesebene habe ich mich über zwölf Jahre mit den Ansprüchen und Wünschen der Eltern befasst und wage zu behaupten, dass es eine eklatante Fehlentscheidung war, mit dieser Stellenkürzung mehr als 700 000 Eltern in Rheinland-Pfalz zu verärgern. Im Wahlprogramm der SPD - heute noch nachzulesen auf deren Internetseiten - wurde behauptet: "Wir stehen zu unserem Wort: Bei zurückgehenden Schülerzahlen werden frei werdende Ressourcen für die Verbesserung der pädagogischen Rahmenbedingungen genutzt. [...] Auch in Zukunft werden wir uns für gute Unterrichtsversorgung einsetzen und dafür, dass wir genügend qualifizierte Lehrkräfte haben, die guten Unterricht erteilen." Der Grünen-Bildungsexperte Wiechmann führt den Wahlkampf seiner Partei mit noch stärkeren Forderungen: "Immer noch ist der Unterrichtsausfall viel zu hoch, und im Land fehlen an den allgemeinbildenden Schulen immer noch 500 Lehrerinnen und Lehrer." Nun frage ich mich, wieso das Zusammenführen dieser beiden doch recht positiven Aussagen zu einem solch negativen Ergebnis führen kann. Wenn diese Koalition schon bei Themen, in denen sie gleicher Meinung ist, so scheitert, wie will sie dann erst bei wirklichen Interessenkonflikten klarkommen? Rudolf Klein, Schoden