Politik

Zur Berichterstattung über die Präsidenten-Wahl in den USA, den Triumph Donald Trumps und die Konsequenzen diese Meinungen:

Nach dem Brexit wird jetzt der Populist Donald Trump US-Präsident! Ja, wer hätte das gedacht? Ei - jeder, der die Bürger unvoreingenommen und ehrlich gefragt hätte! Es ist das Modern-Talking-Prinzip: Keiner kauft die Musik - und doch steht sie plötzlich auf Platz eins. Dieter Bohlen triumphiert über Wolf Biermann. Da bekommt Volksnähe - Populismus - einen ganz besonderen Geschmack. So ist das eben mit der Demokratie! Wo sich Horizonte ängstlich verengen, ob auf Demos, an Stammtischen oder in sozialen Netzwerken, werden Trump, Putin, Le Pen, Petry, Wilders, al-Baghdadi, Orban (und wie die geschmacklosen Angsthasen noch alle heißen) zur logischen Konsequenz. Gegen die Spaltung unserer Gesellschaften helfen weder "Besorgnis", Political Correctness noch arrogant-akademisches Kopfschütteln. Solange sich Bürger empört als Opfer fühlen, sich zur Wehr setzen und sich zunehmend um ihre Egoismen sorgen, werden die Errungenschaften unserer christlich geprägten abendländischen Aufklärung auf der Strecke bleiben. Wollen wir Europäer überleben, helfen nur mutige tätige Nächstenliebe gepaart mit Erfindungsgeist, Respekt, Verantwortungsbewusstsein und Humor. Sonst werden das Automodel Tesla oder Nanjing das Model Volkswagen bald zu Grabe tragen. Was wiederum den Vorteil hätte, dass wir Abendländer uns nicht weiter um unsere Umwelt sorgen müssen. Johannes B. Binsfeld, Trier Good Morning, America? Irgendwie kommt es einem bekannt vor, da war doch was vor 80 Jahren: Mobilisierung der Millionen von Unzufriedenen, ein wirklich gelungener Schachzug. Die nächste Bundeskanzlerin wird dann wohl nicht Merkel, sondern Petry heißen! Markus Kremer, Waxweiler Falsche Welt, dir trau ich nicht! Das erkannte Johann Sebastian Bach schon in seiner Kantate vor exakt 290 Jahren. Was erwartet uns noch in dieser Welt? Die Mehrheit der US-Bürger hat den rassen-, frauen- und islamfeindlichen Donald Trump zu ihrem Präsidenten gewählt. Willkommen neben Putin, Erdogan, Assad, Kim Jong Un, Mugabe und ähnlich gestrickten Potentaten. Quo vadis? Wohin soll das alles noch führen? Gäbe es eine andere Welt, ich würde diese hier sofort verlassen. Herbert Becker, Trier Angela Merkel sollte nicht nur mahnende Worte in Richtung Donald Trump schicken, sondern dieses politische Armutszeugnis der USA-Wahl als Chance für ein Umdenken ihrer eigenen Europa- beziehungsweise innerdeutschen Politik wahrnehmen, sonst befürchte ich, dass sehr bald dieser "Politiker" mit einer Frauke Petry oder Marine le Pen am Verhandlungstisch sitzt. Friedhelm Enser, Trier Amerika hat gewählt. Amerika hat einen neuen Präsidenten. Amerika hat eine anständige Verliererin, die Donald Trump nicht nur gratuliert, sondern auch ihr Volk aufruft, dem neuen Präsidenten Respekt zu zollen, wie es dem Amt gebührt und ihm nach gutem Brauch das Beste für seine Zeit im Weißen Haus zu wünschen. Chapeau, Frau Clinton! Anders unsere deutschen Politiker. Norbert Röttgen (CDU) kommt in der Wahlnacht aus seiner Schockstarre nicht mehr heraus. Was macht der Mann eigentlich, wenn er wirklich vor einem ernsthaften Problem steht? Cem Özdemir (Grüne) sieht die USA gleich als Kolonne Moskaus, nachdem er eine unangemessene Einmischung des russischen Präsidenten in den amerikanischen Wahlkampf ausgemacht hat, und entwickelt dazu gleich das passende Horrorszenario, falls es zum Schulterschluss Putin/Trump kommen sollte. Unser Außenminister verliert jedes diplomatische Gespür. Thomas Oppermann (SPD) und Simone Peters von den Grünen sehen unsere Werte in Gefahr und üben den Schulterschluss der Anständigen. Wie billig ist das denn! Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses und die Parteivorsitzenden der Grünen hätten gut getan, eine Reise durch die USA zu unternehmen. In vielen Städten leben unzählige Amerikaner heute in Blechbaracken. Es ist für viele Menschen nicht mehr die Frage des Abgehängt-Seins, sondern des nackten Überlebens. Natürlich fühlen die sich vom Establishment verlassen und suchen eine Alternative. In unseren Politikerkreisen kennt man die Schuldigen für das Elend, die auch Hillary Clintons Wahlkampf mitfinanziert haben. Dieses Thema jedoch wird verdrängt und verschwiegen; ist nicht opportun, wenn nur Herr Trump das Feindbild abgeben soll. Das Fähnlein der "Anständigen" sieht im 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten das Schmuddelkind und ist erzürnt über seinen aggressiven und die Menschenwürde verletzenden Wahlkampfstil. Das ist wahr und zutiefst beschämend. Doch denken wir an unsere Wahlkämpfe - da wurde ein Willy Brandt von den Christlichen als Bastard und Vaterlandsverräter beschimpft, die Linken von allen anderen Parteien als nichtswürdige Kaderpartei Moskaus bezeichnet, Gregor Gysi über Jahre in übelster Weise diffamiert, da sollte nach der Satzung der Grünen Pädophilie nicht mehr unter Strafe gestellt werden. Ein liberaler Minister ging einer jungen Dame ungeniert an die Wäsche. Deutsche Konzerne zerstören momentan durch ihre Betrügereien und kriminellen Energien weltweit Vertrauen und Glaubwürdigkeit. Die CDU steht vor dem nächsten Scherbenhaufen einer Spendenaffäre. Liebe Politiker, hört doch auf von Werten zu reden, die es bei uns gar nicht mehr gibt! Ihr entzaubert euch selbst, wenn ihr fingerzeigend anderen Staaten ein deutsches Ideal anbieten wollt, das längst zu Grabe getragen wurde. Es bleibt zu wünschen, dass unsere elitären, politischen Schichten bald wieder aus ihrer Starre erwachen, zur Vernunft kommen und somit dem Wohle des deutschen Volkes vorurteilsfrei und mit weniger Aufgeregtheit dienen können. Und gebt dem neuen Präsidenten der USA eine Chance - ihr erwartet doch das Gleiche auch für euch. Horst Schorle, Ingendorf Ähnliches wurde doch vor acht Jahren, nur mit anders ausgerichteten Prognosen, über Barack Obama gesagt und geschrieben. Mein Kommentar war damals: "Mal sehen, wie schnell er wie viele Anhänger enttäuschen wird." Und genau das hat er dann ja auch getan - einschließlich der Personen, die für die Vergabe des Friedensnobelpreises zuständig waren. Und genau dasselbe möchte ich zu Trump sagen, jedoch dieses Mal an die "Trumpisten" gerichtet. Paul R. Woods, Neumagen-Dhron Damian Schwickerath hat in seinem Kommentar ("Amerika ist überall") etliche Wahrheiten ausgesprochen. Elitäre, abgehobene Machtmenschen bekommen die geballte Wut derer zu spüren, die eigentlich nichts anderes wollen als ein Leben in Zufriedenheit und Würde. Und diese Menschen - besonders in Deutschland - hatten immer eine politische Heimat, der sie sich anvertrauen konnten und die sie mit Herzblut in den Wahlkämpfen verteidigten. Diese politische Heimat hieß einmal SPD. Seitdem diese für die Teilhabe an der Macht beinahe jeden Kompromiss akzeptierte, hat sie über die Jahre - anscheinend völlig blind geworden - nicht nur die Köpfe, sondern vor allem die Herzen ihrer Klientel verloren. Wer sich dafür feiern lässt (von wem eigentlich?), dass Renten und Kindergeld um einstellige Eurobeträge steigen, kann nicht mehr wissen, wie es denen "da unten" wirklich geht. Wer nicht mitbekommt, dass die seinerzeit besonders von der FDP herbeigeredete "Liberalisierung und Deregulierung" der Märkte und der Banken die heutigen Katastrophen erst ermöglicht haben, kann für sich nicht mehr in Anspruch nehmen, Stimme des Volkes zu sein. Europäisierung, Globalisierung sind immer wieder gern benutzte Begriffe, um den Menschen die Alternativlosigkeit politischen Handelns zu erklären. Dabei erklären sie nichts. Sie könnten genauso gut einfach nur mit der Schulter zucken. Was hat denn die Freigabe der Märkte dem "einfachen" Volk gebracht? Firmen - kleine wie große - konnten sich aussuchen, wo sie produzieren. Vorzugsweise natürlich in den Billiglohnländern. Die heimischen Arbeiter ließ man einfach auf der Straße stehen. Jetzt werden sie mit Minijobs abgespeist, damit sie in der Arbeitslosenstatistik nicht mehr auftauchen. Und dafür lässt man sich wieder feiern, Deutschland ist ja so gut aufgestellt! Den Banken wurden keinerlei Regeln mehr abverlangt, sie konnten zocken bis zum buchstäblichen Zusammenbruch. Gerettet wurden sie selbstverständlich vom Steuerzahler. Wobei das Zahlen von Steuern wieder ein anderes Wut-Thema wäre. Auch hier können sich Firmen und Konzerne aussuchen, wo sie am besten davonkommen. Hiesige Infrastruktur wird gerne genutzt, aber die Steuern zahlt man dann doch lieber dort, wo man sie auch noch günstig aushandeln kann. Für all diese Zustände gibt es Schuldige. Nur, die allerwenigsten wurden je dafür zur Rechenschaft gezogen. Die Tatsache, dass in Amerika ein Donald Trump und in Europa AfD, Front National, Flams Belang, Lega Nord und wie sie alle heißen, salonfähig wurden, ist nur einem Gefühl geschuldet: nichts anderes machen zu können. Verzweiflung nennt man das. Und Wut. Die Wähler wählen nicht mehr, sie nehmen Rache, weltweit. Und das ist fürwahr beängstigend. Peter Trauden, Heilbach