POLITIK

Zu dem Artikel "Tierschutzbund stellt klar: Maden sind wichtig und nützlich" (TV vom 5. Februar):

Ich stelle mir folgendes Szenario vor: Die rheinland-pfälzische CDU-Chefin Julia Klöckner ruft in Kaschenbach an. "Michael", sagt sie, "nächstes Jahr ist Landtagswahl. Wir brauchen in der Region Trier ein kräftiges CDU-Thema, da drängt sich die Madentonne als völlig überflüssiges rot-grünes Umweltprojekt zur weiteren Verärgerung der Bürger mit noch mehr Umweltauflagen doch regelrecht auf. Dass es die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung war, die die Biotonne bundesweit verpflichtend gemacht hat, haben die Trierer bestimmt vergessen oder nie registriert. Michael, du bist doch aufgewachsen in der Zeit, als Männer noch Männer waren. Zu Deiner Zeit, da gab es doch noch richtige Feindschaften, als es in der politischen Auseinandersetzung voll zur Sache ging. Da war auch der Schlag unter die Gürtellinie zwar nicht unbedingt akzeptiert, aber unsere Klientel freute sich über die Aggressivität, und die Weicheier von der Gegenseite duckten sich weg und krähten hilflos dagegen an. Denk mal an die ,Ratten und Schmeißfliegen\' des seligen Franz Josef Strauß oder an die ,Pinscher\' von Ludwig Erhard. Dir fällt schon was Passendes ein, es darf ruhig heftig sein, es muss den Leuten nur einfach einleuchten und den Roten und den Grünen wehtun. Ich muss ,ein Mädchen\' bleiben, aber du kannst da kräftiger rangehen." Tja, Michael Billen greift zurück auf die jahrzehntelang bewährte CDU-Praxis der fröhlichen Aggression, färbt die Maden in der Biotonne rot und grün (obwohl die politischen Maden ursprünglich schwarz und gelb waren und biologisch "wichtig und nützlich" sind, wie der Tierschutzbund sagt) und lässt sie stinkend aus der Tonne schlüpfen. Raimund Scholzen, Trier