Politiker und Kassenmanager verdrehen die Fakten

Zum Artikel "Kassen lehnen Finanz-Forderungen ab" (TV vom 14. Juli):

Es existieren die verschiedensten Statistiken mit unterschiedlichsten Zahlenangaben zu den Einkommensverhältnissen der Vertragärzte (= niedergelassene Kassenärzte), wobei meist nicht eindeutig erkennbar ist, ob denn nun der Umsatz oder der Brutto- oder Nettogewinn gemeint ist. Dazu sind einige Zahlenangaben auch schon älteren Datums (zum Beispiel 2005). Dass einige Vertragsärzte sehr gut verdienen, soll unbestritten bleiben. Dass jedoch mit der Gebührenordnung EBM2000plus erstmalig betriebswirtschaftlich fundierte Zahlen und Gebühren erarbeitet wurden, ist wohl unstrittig. Allerdings mit der Annahme eines Punktwertes von 5,11 Cent (Stand 2000).

Genauso unstrittig ist aber, dass dieser für eine kostendeckende(!) Tätigkeit erforderliche Punktwert bisher noch nie ausgezahlt wurde. Je nach Fachgebiet, Budget und Abstaffelung lag und liegt der Punktwert zwischen 3,0 und 4,5 Cent. Deswegen fordern die Vertragsärzte nicht "mehr" Geld, sondern lediglich, dass das für eine kostendeckende Arbeit notwendige Geld endlich mal zur Verfügung gestellt und ausgezahlt wird. Wir sind es leid, dass uns für unsere verantwortungsvolle Arbeit gut 30 Prozent der Vergütung vorenthalten wird. Ganz abgesehen von einem notwendigen Inflationsausgleich (die Kalkulation ist inzwischen schon acht Jahre alt). Für uns sind die Politiker und Kassenmanager unverschämt, die diese Fakten permanent verdrehen und negieren.

Michael Rost, Trier

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