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Zur Berichterstattung über die Aufarbeitung der Kredit-Affäre des Bundespräsidenten Christian Wulff diese Zuschriften:

Warum nehmen nicht mal "alle" - keine Personen und keine Partei ausgeschlossen - ihre Hand und benutzen diese für ein "Mea culpa, mea maxima culpa"? Niemand kann sich von solchem Verhalten gänzlich freisprechen. Es wäre sinnvoll, die ganze Zeit, die ganze Kraft den wirklich dringlich anstehenden Problemen und deren Lösung zu widmen, anstatt sich mit sich selbst oder anderen zu beschäftigen. Dafür wurden die Politiker weder gewählt, noch sind sie dafür in ihre Ämter berufen worden. Beschämend. Ich kann das nicht mehr hören, nicht mehr lesen. Das heißt nicht, dass ich dieses Verhalten gut finde. Im Gegenteil. Aber wenn solches Fehlverhalten ans Tageslicht kommt, Konsequenzen wurden daraus nie gezogen. Wenn die verrichtete Arbeit gut ist, gut war - warum Rücktritt? Der macht ein mögliches Fehlverhalten nicht ungeschehen. Nun mal Schluss damit! Hans-Peter Koch, Naurath Ist Deutschland wirklich so tief gesunken oder lassen wir uns wirklich derart von den Medien lenken? Ist es wirklich die Zeit, parteipolitisch nach "denkbaren Vergehen" zu suchen, um den politischen Mitstreiter ins schlechte Licht zu stellen? Oder ist es eher ein Ablenken von fehlender Kompetenz und der Bereitschaft, ernste Themen offen zu diskutieren und demokratisch zu entscheiden? Besteht das politische Denken nur noch im Angriff auf die politischen Mitstreiter, um beim Polit-Barometer Punkte zu sammeln? Ich wünsche mir Politiker, die Kernfragen diskutieren, beraten und hierüber aus Überzeugung abstimmen. Warum diskutiert man nicht über die Verwaltungsreform von oben nach unten? Die Gebietsreform der Bundesländer wäre ein zukunftsweisendes Thema zur Einsparung von Kosten. Nein, ein solches ist tabu, ist in Bezug auf Wählerstimmen und Bundesrat nicht diskussionsfähig. Die Erhaltung einer stabilen Euro-Währung ist ein ebenso wichtiger Punkt, genauso wie Mindestlohn, Entschuldung und so weiter. Nein, man hat keine Lösungsvorschläge, und damit wird das Thema "vertagt" oder auf die europäische Ebene geschoben. "Wenn die in Brüssel so entscheiden, dann können wir doch nichts dagegen tun." Unser Staatsoberhaupt wird ohne Sinnhaftigkeit angegriffen, nur einfach so, weil es eben modern ist, etwas loszutreten. Schade! Ich wünsche und hoffe, dass unser Bundespräsident Wulff weiterhin die Kraft und Stärke hat, für ein weltweit anerkanntes Deutschland zu streiten und dass sich all die "Stuhlsäger" wieder ihrer eigentlichen Verantwortung für Deutschland bewusst werden. Wilhelm Jonas, Kelberg Ich würde Herrn Wulff erst dann wieder als meinen Bundespräsidenten anerkennen, wenn er die gesamten Vorteile aus seiner Zeit als Ministerpräsident und als Bundespräsident, die er diesen Ämtern verdankt, als Spende an mildtätige Organisationen weggeben würde. Ein Gremium von Fachleuten sollte darüber befinden. Mit einer Entschuldigung hat er es sich zu leicht gemacht. Alfred Rollinger, Trier Zu dem Thema ist von allen wichtigen Politikern, Analysten und vielen Bürgern fast alles gesagt und geschrieben worden. Es heißt immer wieder, das Amt des Bundespräsidenten sollte bei allen berechtigten Untersuchungen und Kommentaren nicht beschädigt werden. Wie kam es dazu? Nach der kargen öffentlichen Erklärung des Bundespräsidenten zu den Vorwürfen sollte er sich im neuen Jahr offen, umfassend und abschließend zur Gesamtsituation äußern. Was ich nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass die nominierende Partei bei der Kandidatenfindung nicht nach politisch, finanziell oder gesellschaftlich angreifbaren Verhaltensweisen gefragt hat. Christian Wulff hätte im Vorfeld die Sachverhalte, auch im eigenen Interesse, seiner Partei offenlegen müssen, damit man sie bewerten kann. Der Wille, Bundespräsident zu werden, war wohl recht stark. Durch seine Scheidung und die Zahlungen an seine Ex-Frau ist er womöglich in finanzielle Not geraten. Vielleicht waren auch die Ansprüche der neuen Frau Wulff zu hoch, sich in der Glitzerwelt der Schönen und Reichen zu bewegen? Die moralisch hohen Ansprüche an das Amt hatte Wulff gegenüber dem Bundespräsidenten Rau - Affäre mit Freiflügen der WestLB - öffentlich eingefordert. Von daher muss er sich daran messen lassen. Sein bisheriges Krisenmanagement war nicht auf Transparenz angelegt. Es führte zu massivem Vertrauensverlust in der Bevölkerung. Was in der Sache auch nicht weiterhilft: wenn Politiker jedweder Parteizugehörigkeit entweder alles nicht so schlimm finden, politische Konsequenzen fordern oder auflisten, was die gegnerischen Parteifunktionäre alles falsch gemacht haben. Verlorenes Vertrauen ist dem Amt abträglich und schadet dem ganzen Volk. Herr Wulff muss sich ernsthaft fragen, ob er noch der Präsident aller Deutschen ist. Konrad Theis, Trier