Politiker

Zum Artikel "Bahnmanager entlassen, weil er die CDU verärgert hat?" (TV vom 14. November):

In Ihrem Bericht schreiben Sie: "Da eine solche ICE-Verbindung als unrealistisch gilt, wird nun spekuliert, dass der Bahnchef Kaster stattdessen einen anderen Gefallen getan hat und den ungeliebten Wagner Ende des Monats ablösen will." 2005 wurde auf Initiative des Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster die ICE-Verbindung Trier-Berlin gestartet. Diese Verbindung war von Anfang an zumindest auf dem Streckenabschnitt Trier-Koblenz unwirtschaftlich. Auch die CDU-Politiker Kaster und Bleser sollten wissen, dass man mit einer Freikarte (Netz Card First für Mitglieder des Bundestags) keinen wirtschaftlichen ICE-Verkehr betreibt. So schön die umsteigfreie Verbindung auch war, betriebswirtschaftlich war sie Unfug. Durch diesen Zug wurde in Trier kein einziger Arbeitsplatz gesichert oder neu geschaffen, da diese Leistung von außerhalb disponiert, gewartet und gefahren wurde. Im Eisenbahnneuordnungsgesetz, das auch mit Stimmen der CDU im Bundestag durchgesetzt wurde, wird genau diese Wirtschaftlichkeit im Eisenbahnverkehr gefordert. Erwartete Herr Kaster etwa vom Bahnmanager Wagner, entgegen den Gesetzesvorgaben unwirtschaftliche Züge weiter fahren zu lassen und somit Steuergelder zu verschwenden? Genau diese CDU wirft doch der Landesregierung die Verschwendung von Steuergeldern (Beispiel Nürburgring) immer wieder vor! Im Saarland und in Rheinland-Pfalz fährt die Deutsche Bahn AG anders als in anderen Bundesländern immer noch die meisten Nahverkehrsleistungen gegenüber den Privatanbietern. Dies ist ein Verdienst des angeblich so unbeliebten Herrn Wagners. In Trier (ehemaliges Bahnbetriebswerk) wurden Hunderte Arbeitsplätze gesichert oder kamen dank des Einsatzes von Herrn Wagner neu hinzu. Sollte der Bahnchef Grube nun diesen verdienstvollen Mann fallen lassen, nur um Herrn Kaster einen Gefallen zu tun, so wäre dieses einfach nur beschämend und schäbig! Alois Thommes, Saarburg