Politiker

Zur Berichterstattung über den Verkauf des insolventen Nürburgrings und zum demografischen Wandel:

Zu tief steckt der Frust der Vergangenheit, bedingt durch Fehlentscheidungen und den dadurch entstandenen Schaden, in den Gemütern. Die Einzelkämpfer der Region haben meinen vollsten Respekt, aber es geht nicht "mit dem Kopf durch die Wand". Das passiert wohl, wenn die Politik sich aus der Misere zurückzieht. Menschen mit Charakter wären gerade jetzt für uns und unsere Probleme da. Es ist höchste Zeit zur Versöhnung, damit wir gemeinsam für den Ring kämpfen. Positives Denken und Lenken ist gefragt. Mittlerweile reden wir uns sogar ein, die neuen Gebäude seien hässlich. Waren die Teerplätze, der schwarze Splitt und der Matsch schöner? Auf die Meinung und Sichtweise der Besucher kommt es an, und die sehen es positiv. Wenn wir das, was nun einmal hier steht, schlechtreden, sind wir am verkorksten Image des Rings selbst schuld. Es bedarf keiner Diskussion, dass das Konzept bislang völlig schwachsinnig war, aber unser Ring ist durch den Um- und Neubau mit Sicherheit nicht hässlicher geworden - das ist unrealistisch. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass die EU einen Topf in Höhe von einer Billion Euro zur Strukturierung ländlich schwacher Gebiete für Technik und Entwicklung zur Verfügung stellt; hätte man da nicht schon längst Anträge stellen müssen? Gerade die sinnvolle Nutzung der leerstehenden Gebäude ist jetzt so wichtig wie noch nie. Die Zuwanderung der Jugend wäre nicht nur die Rettung für den Ring, sondern für die gesamte Region. Momentan passiert genau das Gegenteil, und wenn sich nichts ändert, werden dieses Problem und die Kosten der Gemeinden für langsam verfallende Häuser immer größer. Wenn wir es schaffen, die Jugend in unserer Region zu halten oder mehr junge Menschen für uns zu begeistern, könnte das ganz anders aussehen. Ein Haus in der Eifel im Wert von 30 000 Euro bietet Platz für eine Wohngemeinschaft von fünf Studenten. Bei einer Zahlung von 200 Euro pro Person ergibt sich in fünf Jahren eine Summe von 60 000 Euro. Somit wäre die Immobilie bezahlt, und es blieben sogar noch 30 000 Euro für die Renovierung übrig. Vielleicht ist so der prognostizierte Trend, dass in den nächsten sieben Jahren 20 Prozent der Jugend in die Städte abwandert, noch aufzuhalten. Ein Appell an die Politik: Es ist höchste Zeit zu handeln, und zwar für alle Parteien! Wir haben euch gewählt, keine Konkursverwalter. Edgar Rausch, Adenau

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