Politiker

Zur Berichterstattung über die Aufarbeitung der Kredit-Affäre des Bundespräsidenten Christian Wulff und zu den Reaktionen darauf:

Bundespräsident Christian Wulff hat sich doch erklärt! Und der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster (CDU) hat es doch auch im TV mitgeteilt: Die Diskussion findet er "widerlich". Jetzt lasst Christian Wulff doch endlich in Ruhe! Er hat in seiner Erklärung vom 22. Dezember doch Fehler eingeräumt; er war nicht geradlinig - reicht das nicht? Was wollt ihr denn noch? Er musste sich auch von seinem Sprecher trennen. Wir wissen nicht, warum. Geht es uns etwas an? Und von wegen "Salamitaktik"! Zweihundertfünfzig (250!) Fragen hat er bisher beantwortet oder beantworten lassen! Ist das nicht genug? Jetzt hört auf die CDU und gebt endlich Ruhe! Denkt lieber daran, wie rücksichtsvoll er uns gegenüber mit der Wahrheit umgeht: Immer nur häppchenweise, weil sie ja so schwer verdaulich sein kann, und er tut dies bewusst in Anlehnung an sein Interview "Besser die Wahrheit", wo er auch eine Buchlänge braucht, um sie zu verkünden. Der Arme verdient wahrlich unser Mitleid. Er war in der Finanzkrise so schlecht bei Kasse, dass er sich einen Privatkredit mit "günstigen" Zinskonditionen erbat. Dass der Kredit höher war als der Beleihwert des Kaufobjektes, ist doch unwichtig. Leider war seine Erklärung noch nicht ganz verhallt, da war schon zu lesen, dass er bei der Kreditablösung mit Hilfe der staatlichen BW-Bank ein richtiges "Schnäppchen" gemacht hatte: 520 000 Euro zu 0,9 - 2,1 Prozent variablem Zins! Hat er nicht im Garten seines neuen Einfamilienhäuschens in Großburgwedel eine "Bank" stehen?! Die reicht doch für die Hergabe eines Kredits, wie ihn sich Banken untereinander geben - oder etwa nicht? Wer von uns hätte da nicht auch gewechselt, um einen Privatkredit mit "Geschmäckle" loszuwerden? Aber er brauchte den auch: die teure Scheidung, die nicht billige Hochzeit mit Bettina, die gerade Karriere als PR-Beraterin bei einer Autofirma gemacht hatte. Er musste seine Hochzeit ins Penthouse bei Geerkens nach Osnabrück verlegen, weil er keinen Hochzeitssaal zu mieten fand, und nicht zu vergessen: die jahrelangen Urlaubsverzichte, die er seiner jungen Familie hätte zumuten müssen. Mit seinem schmalen Lohn als Ex-MP hätte er so seinen Lebensstandard nicht halten können. Aber wozu hat man denn Freunde? Ich bin (auch) gegen einen Rücktritt, denn dann hätten die Steuerzahler die "zweite präsidiale Leiche" zu versorgen, mit immerhin 200 000 Euro Jahressalär, einem kostenlosen Fahrzeug mit Chauffeur und einem kostenlosen Büro mit lebendem Inventar. Nein, das will ich nicht! Christian Wulff soll arbeiten für sein Geld. Heinz Herres, Föhren