Polizei

Zum Artikel "Nach acht Jahren: Arbeiter finden sterbliche Überreste von Tanja Gräff" (TV vom 12. Mai) sowie weiteren Berichten zu dem Fall:

War es eine schockierende Nachricht oder eine erlösende? Die Nachricht war schockierend und gleichzeitig brutal erlösend. Es steht uns nicht zu, in dieser Stunde Urteile oder Versäumnisse anzuprangern. Hans Simon, Kordel Man fliegt auf den Mond, der Mars wird erkundet - aber in Trier ist es nicht möglich, ein Dornengestrüpp zu durchsuchen?! Auch wenn es - wie bei der Pressekonferenz erklärt - keinen direkten Verdacht gab, der auf diese Stelle an den roten Felsen hindeutete. Ein Dank den Arbeitern, die das Gelände jetzt gerodet haben. Sie haben der Mutter und den Angehörigen die Ungewissheit genommen. Heribert Schmitt, Trier Selbstverständlich hat die Trie rer Polizei versagt! Die Erklärungs- und Entschuldigungsversuche sind an Erbärmlichkeit kaum zu überbieten. "Gelände schlecht einsehbar", "Einsatz von Wärmebildkameras wegen sommerlicher Temperaturen eingeschränkt" und, und, und. Ich bin wahrlich kein Kriminologe, aber eines weiß ich genau: Damals konnte man von zwei Optionen ausgehen, Verbrechen oder Unfall. Und wenn man die zweite Option betrachtet, wäre es eine Selbstverständlichkeit gewesen, die Umgebung der hohen Felswand auf das Genaueste zu erforschen. Auch wenn diese Arbeit mühsam und beschwerlich gewesen wäre. Man hätte den Eltern, Verwandten und Freunden acht qualvolle Jahre erspart. Franz Heidger, Trier Die Aussage der Trierer Polizei, alles zum Auffinden Tanja Gräffs getan zu haben, ist an Unverschämtheit und Respektlosigkeit gegenüber Tanjas Mutter nicht zu überbieten. Wie kann es sein, dass Tanja keine 700 Meter Luftlinie von ihrem letzten belegbaren Aufenthaltsort acht Jahre unentdeckt bleibt? Die jämmerlichen Ausflüchte von unwegsamem Gelände und einer nicht funktionierenden Wärmebildkamera passen in das Bild, das die Trierer Polizei insgesamt abgibt. Warum sollte man auch Gebüsch abholzen, um einen Menschen zu finden? Hätte Tanja acht Jahre im Keller des Polizeipräsidiums gelegen, hätten sicher Anstreicher sie gefunden. Die Ausrede wäre wohl gewesen, dass die Tür abgeschlossen war. Dass niemand für die stümperhaften Ermittlungen den Kopf hinhält und die Verantwortung übernimmt, ist keine Überraschung. Es wird sich sicher niemand bei Tanjas Mutter entschuldigen. Ihr Vater musste mit der Ungewissheit über das Schicksal seiner Tochter sterben. Das hätte nicht sein müssen. Wozu jetzt noch eine Sonderkommission? Purer Alibi-Aktionismus? Oder wird sie am Ende feststellen, dass es ein Unfall war und die Trierer Ermittler gar keinen Täter ermitteln konnten? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wolfgang Simmer, Langsur Ich bin öfters den Mosel-Radweg vorbei am roten Felsen gefahren. Jedes Mal habe ich voller Hochachtung gedacht, wie mühselig und anstrengend die Suche nach Tanja in dem dichten Unterholz am Fuß der Steilwand für die Polizisten gewesen sein muss. Und jetzt das! Man hatte einen Zeugen, der gegen 4.30 Uhr panische Schreie einer Frau gehört hat. Versetzt man sich in diese Situation mit der Akustik eines stillen, dämmernden Sommermorgens im Juni, ohne jeglichen Verkehrslärm am Moselufer, so musste man als Ermittler die gesamte Absturzkante des roten Felsens als möglichen Ursprung dieser Schreie mit einbeziehen. Wenn tatsächlich eine Frau an der Absturzkante war, panisch geschrien hat und plötzlich nichts mehr zu hören und zu sehen ist, wo mag diese Frau wohl abgeblieben sein? Hieraus nicht den Schluss zu ziehen, dass die gesuchte Tanja, unter welchen Umständen auch immer, abgestürzt und zu Schaden gekommen ist, das war der entscheidende und gravierende Fehler, der den damals verantwortlichen Ermittlern unterlaufen ist. Diesen nicht zuzugeben angesichts der jetzt vorliegenden Untersuchungsergebnisse, ist eine Schande. Ich war all die Jahre davon ausgegangen, dass tatsächlich von der FH bis zum Moselufer, wie der Anwalt der Familie Gräff es formuliert hat, jeder Stein umgedreht wurde. Das wurde nicht getan, sonst hätte man Tanja 2007 unmittelbar nach ihrem Verschwinden gefunden. Der Familie Gräff wurde durch dieses Versäumnis ein jahrelanges Martyrium aus quälender Ungewissheit um das Schicksal ihrer Tochter aufgebürdet. Bernhard Schuhn, Hersdorf