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Umwelt
Populistisch gefärbt

Zum Leserbrief „Wo bleibt die Debatte? Warum schweigen die Abgeordneten?“ von Alois Debald (TV vom 16./17. März) schreibt Elke Reis:

Richtig: Die Bundesbehörde für Immobilienangelegenheiten (Bima) ist Ansprechpartnerin und verantwortliche Behörde für die Abwicklung von Schäden aus Verteidigungslasten. Zunächst hatte die Bima wohl auch an die VG Wittlich-Land für die Entsorgung der belasteten Klärschlämme gezahlt, sich aber dann eines Besseren besonnen. Man könnte ja hier einen Präzedenzfall schaffen mit Nato-weiten Auswirkungen. Denn: Nicht allein die US-Airbase Spangdahlem ist betroffen, sondern alle Militär- und Zivilflugplätze und darüber hinaus alle Städte und Unternehmen (Bayer, BASF et cetera), die eigene Feuerwehren beschäftigen. Überall dort dürften bis zur Vorschrift des Grenzwertes Löschschäume mit perfluorierten Tensiden zum Einsatz gekommen sein. Nach der Änderung der gesetzlichen Vorgaben sind zumindest in Spangdahlem keine entsprechenden Löschschäume eingesetzt worden. Allerdings stellten Löschschäume nur ein Einsatzgebiet für perfluorierte Tenside dar.

Die US-Streitkräfte sind sich der hohen Verantwortung gegenüber der Bevölkerung bewusst. Die mit der Erfüllung der Aufgabe zwangsläufig verbundenen Beeinträchtigungen werden so gering wie möglich gehalten. Und die 250 Millionen Euro, die von der Airbase jährlich in die regionale Wirtschaft fließen, ertragen wir alle ja ganz gern. Genauso freuen wir uns über die mehr als 600 unmittelbaren zivilen Arbeitsplätze. Eine große Zahl der privaten Häuser rund um die Airbase wäre in den letzten 60 Jahren ohne die Amerikaner nicht gebaut worden. Die Bürgerhäuser, Dorf- und Kinderspielplätze der Gemeinden rund um die Airbase sind sehenswert. Woher kommt das wohl? Von den Gewerbesteuereinnahmen eher nicht! Die Grundstückspreise für die Erweiterungen der Airbase spotten jeder Beschreibung. Nicht ohne Grund sprechen Politiker jeglicher Couleur regelmäßig in Washington vor, wenn mal wieder über Standortschließungen in unserer strukturschwachen Region spekuliert wird.

Wohlgemerkt: Auch ich bin Bürgerin der VG Wittlich-Land und verspüre wenig Lust, die Verantwortung des Bundes über mein Portemonnaie mit erhöhten Abwassergebühren zu kompensieren. Nur: Der Schwarze Peter für die Kosten der Entsorgung der Klärschlämme liegt bei der Bima aus genanntem Präzedenzfallgrund. Eine populistisch gefärbte, einseitige Berichterstattung gegen die Airbase Spangdahlem, die alles für eine Bereinigung eventuell verursachter Beeinträchtigungen tun würde, ist daher völlig unangebracht.

P.S.: Der US-Stützpunkt liegt in Spangdahlem, einen zweiten in Speicher, wie im Lokalteil des TV vom 13. März beschrieben („Zahl der Woche: Ein Blick in die Wolken“), gibt es nicht.

Elke Reis, Laufeld