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Leserbriefe
Präziser, differenzierter und sachlicher, bitte!

Zur Berichterstattung über die Diskussion, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, schreiben Herbert Reichertz und Josef Bach:

Als vor acht Jahren der damalige Bundespräsident Christian Wulff die Aussage machte „Der Islam gehört zu Deutschland“, löste das heftige Reaktionen und Diskussionen aus. Jetzt behauptet der neue Innenminister Horst Seehofer das Gegenteil: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Und wieder erzeugt auch die gegenteilige Behauptung größere Diskussionen. Schließlich widerspricht die Kanzlerin ihrem Innenminister mit der Aussage, der Islam sei ein Teil Deutschlands.

Wir haben derzeit eine solche Vielzahl von unterschiedlichen Weltanschauungen in Deutschland wie niemals zuvor in unserer Geschichte. Sie leben alle weitgehend friedlich und konfliktfrei nebeneinander oder miteinander. Nur der Islam stößt ganz offensichtlich häufig auf heftige Ressentiments, auf Ablehnung und Ängste.

Das ist zwingender Anlass, sich etwas genauer mit den Ursachen zu beschäftigen und sich nicht mit oberflächlichen oder gar völlig falschen Behauptungen und Parolen abspeisen zu lassen.

Die Politiker  sprechen von „dem Islam“, als sei er ein einziger geschlossener Block. Das ist aber keineswegs der Fall. Er besteht auf Grund unterschiedlicher Interpretationen des Korans und geschichtlicher Entwicklungen faktisch aus mehreren Religionen, die sich häufig gegenseitig mit Fanatismus bis aufs Blut bekämpfen.

So bestreitet zum Beispiel der Salafismus als eine besonders radikale Ausprägung des Islams dem Menschen grundsätzlich das Recht, sich selbst Gesetze zu geben, die das Zusammenleben in einer Gesellschaft regeln sollen. Nur die Gesetze ihres Gottes haben für ihn Gültigkeit. Die Schiiten und Sunniten bekämpfen sich häufig gegenseitig bis aufs Blut und rechtfertigen ihre Gewalt mit Zitaten aus dem Koran. Auch die Wahhabiten kann man wohl eher zu den radikaleren Interpreten des Korans zählen. Selbst ein laienhafter Blick in den Koran zeigt, dass diese unterschiedlichen Auslegungen wohl durchaus aus dieser „Heiligen Schrift“ herauslesbar sind, genauso wie friedliche und gewaltfreie Positionen, Barmherzigkeit und Mildtätigkeit.

In Deutschland leben Millionen von Muslimen, völlig friedlich und unauffällig, und üben Ihre Religion aus, ohne Aggressionen, Hass und Gewalt gegen Andersgläubige oder „die Ungläubigen“, wie es im Koran heißt.

Die völlig unterschiedlichen Richtungen im Islam und besonders die radikalen Interpretationen des Korans erzeugen fast zwangsläufig Vorbehalte und Ängste bei der Aufnahme von Muslimen in unsere Gesellschaft. Deutlich verstärkt werden die Ängste natürlich durch die Terrorakte des IS.

Bei der sachlichen Analyse dieser Problematik muss man zu dem Schluss kommen, dass eine Lösung nur über unsere Verfassung führen kann und nicht über die privaten oder wahltaktischen Äußerungen von Politikern.

Nur die Verfassungsorgane können als Filter dienen, um die herauszufinden, deren weltanschauliche Programmatik nicht mit unserer Verfassung vereinbar ist. Diese radikalen Islamisten können damit auch nicht den Artikel 4 unserer Verfassung zur Religionsfreiheit in Anspruch nehmen, einer Verfassung, die sie in ihrer Programmatik ablehnen und bekämpfen. Damit gehören sie eindeutig nicht zu und nicht nach Deutschland.

Herbert Reichertz, Bleialf

Teilweise ist das Wortklauberei. Die Menschen sind hier, wie auch immer, nun müssen und sollten wir damit fertig werden. Wir haben durch den Zirkus nach der Wahl bereits ein halbes Jahr verloren, der Bundestag wurde aufgebläht, jetzt ist es an der Zeit, dass sachlich und gut regiert wird, die Bürger haben ein Anrecht darauf. Von allen Parteien und Gruppen wird die Spaltung der Nation bedauert, und es soll Abhilfe geschaffen werden. Mit dieser Wortklauberei wird nichts, aber gar nichts verbessert – nein, es wird verschlimmert.

Wenn unsere Gäste sich nicht an Recht und Gesetz halten, dann kann es nur eine Null-Toleranz geben. Dies muss jedoch nicht nur in Worten ausgedrückt werden, sondern es muss kurz und bündig entsprechend gehandelt werden.

Wo soll das Vertrauen herkommen, wenn die Regierung nicht das notwendige Beispiel gibt. Die Bürger sind in den letzten Jahren massiv enttäuscht worden, soll es wirklich so weitergehen? Was gut läuft (Wirtschaft), wird massiv durch den  Präsidenten der USA kaputtgemacht, es wird nun langsam Zeit, dass die deutsche Regierung beweist, dass es anders geht!

Wir müssten in der Lage sein, mit allen Menschen in einer guten Gemeinschaft zu leben, natürlich unter der Voraussetzung, dass alle an Recht und Gesetz gebunden sind. Dazu müsste eine Rechtsprechung kommen, die dazu beiträgt, dass alle dies verstehen. Ich bin gespannt, ob unsere Abgeordneten  entsprechend handeln –  die Hoffnung stirbt zuletzt.

Josef Bach, Birresborn