Prinzipienreiterei

Zum Artikel "Keine bewährten Männer als Priester" (TV vom 25. Januar):

Katholische Politiker der CDU haben sich offen für verheiratete Männer als Priester ausgesprochen. Zu den Verfassern des Briefs an die Bischöfe gehören Persönlichkeiten wie Bundestagspräsident Lammert, Bildungsministerin Schavan, die ehemaligen Ministerpräsidenten Althaus, Teufel und Vogel und weitere namhafte Politiker. Die Bischöfe werden dringend gebeten, sich in Rom für die Zulassung bewährter verheirateter Männer zum Priesteramt einzusetzen. Im Brief wird darauf hingewiesen, dass alle vermeintlichen Gründe, an der Ehelosigkeit der Priester festzuhalten, die Not vieler priesterloser Gemeinden, in denen die sonntägliche Messfeier nicht mehr möglich ist, nicht aufwiegen könne und dass eine Besserung der Lage ohne eine Veränderung der Zulassungsbedingungen zum Priesteramt nicht absehbar sei.

Mancher gute, frühere Priester würde sich sicherlich im Grab umdrehen, wenn er von der derzeitigen Entwicklung erfahren und ansehen müsste, wie seine Pfarrei, in der er mit viel Einsatz gewirkt hat, nun so einfach für immer verschwindet. Die Entwicklung beweist die Hilflosigkeit der Kirchenführung, die sich mit dem Abwärtstrend abzufinden und ihre Aufgabe nur noch in der Organisation des Niedergangs zu sehen scheint. So kann es doch als positives Zeichen gewertet werden, wenn Volksvertreter mehr christliche Verantwortung zeigen, diese Entwicklung nicht länger hinnehmen und verantworten können, zumal die Misere größtenteils Folge der amtskirchlichen Prinzipienreiterei auf dem, weder mit Jesus noch mit dem Evangelium zu begründenden, menschlich erfundenen Pflichtzölibat ist.

Josef Berens, Rommersheim

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