Raffgieriger Staat

Zu bedauern sind die Mitarbeiter bei den Finanzämtern, werden sie doch immer mehr zu einem "vorgeschobenen Posten" eines mittlerweile absolut raffgierigen Staates degradiert, der den Bürgern Zug um Zug auch noch den letzten Euro aus der Tasche ziehen will.

Es mutet wie eine Pokerpartie an. Man gibt dem Bürger schlechte Karten in Form einer Steuergesetzgebung, die kein Mensch mehr versteht. Die Finanzbeamten bildet man aus, damit sie mit einem guten Blatt die Bürger aus dem Spiel "bluffen" können. Ziel ist es, den Steuerzahler so über den Tisch zu ziehen, dass er letztlich mehr gezahlt hat als dem Finanzminister eigentlich zugestanden hätte. Schlimm dabei: Den Gegenspieler zahlt der Steuerzahler auch noch selbst, denn Beamte werden in diesem Land nun einmal aus den Steuereinnahmen finanziert. Schlimmster Fauxpas eines Finanzbeamten ist es, wenn er dem Steuerzahler bei einer ehrlichen Steuererklärung helfen würde. Es sei denn, wie nun beschlossen, der Staat kassiert für diese Hilfe eine kräftige Gebühr. Dies kann nur in einem Parlament beschlossen werden, wo 80 Prozent der Abgeordneten das selbst nicht begreifen, was sie da an Gesetzen auf den Weg bringen. Eindeutig wird hier, dass die Fallstricke des Steuerrechts vom Gesetzgeber so gewollt sind. Man hat in der Vergangenheit daran gut verdient, und man will in Zukunft noch mehr aus den Bürgern herausholen. Aus diesem Grund bricht man vorsätzlich das Versprechen, eine vereinfachte Steuergesetzgebung zu verabschieden, die dem Bürger die Angst vor der Steuererklärung nähme. Würde man schreiben, was man von einer solchen Politik letztlich als Bürger zu halten hat, der TV müsste es wohl zensieren. Jürgen Holbach, Bettingen