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Rainer van den Bosch zum Thema Ressourcenverbrauch von Autos

Lesermeinung : Eine Milliarde Verbrenner werden nicht mit Engelsstaub angetrieben

Ressourcenverbrauch

Zum Leserbrief „Willkommen im Entwicklungsland“ von Bernd Benninghoven vom 7./8. August:

Vorweg ein Geständnis: Bernd Benninghoven hat mit dem Zylinderhaus in Bernkastel-Kues ein beeindruckendes Museum für historische Fahrzeuge und Technik geschaffen. Ich war bereits öfter in der Ausstellung und kann mich jedes Mal an den exzellent aufbereiteten Exponaten erfreuen.

Ich käme allerdings nie auf die Idee, neue technische Entwicklungen mit meines Erachtens fadenscheinigen Argumenten zu diskreditieren und die ausgediente Technik auf Biegen und Brechen zu verteidigen.

Wenn er die Ausbeutung von Ressourcen und Menschen für die Herstellung von Batterien moniert, dann muss ja ehrlicherweise der Ressourcenverbrauch von Diesel- und Benzinautos mal gegengerechnet werden. Denn die schönen Fahrzeuge im Museum und über eine Milliarde Verbrenner rund um den Erdball sind ja nicht mit Luft und Liebe gebaut und werden auch nicht mit Engelsstaub angetrieben.

So werden Metalle wie Kobalt natürlich in Verbrennungsmotoren und Flugzeugturbinen verbaut. Selbstverständlich ist auch jedem aufgeschlossenen, normal denkenden Menschen die grüne Elektromobilität zu erklären. Das geht übrigens viel einfacher, als jemandem die Wirkungsweise eines Vier-Takt-Motors mit illegaler Abschalteinrichtung für die Abgasreinigung zu erklären.

Ohne Belege unterstellt er einem Unternehmen wie Tesla pauschal, in Deutschland keine Steuern zu zahlen. Das nenne ich mal eine steile These. Nach diesem Muster könnte man doch auch den deutschen Unternehmern pauschal unterstellen, erst dann Steuern zu zahlen, wenn ihre Steuerschlupflöcher rund um die Welt durch den Kauf von entsprechenden CDs aufgeflogen sind.

Und welche „führenden“ Wissenschaftler sollen das denn sein, die den menschengemachten Klimawandel noch immer verleugnen und dabei noch ernstgenommen werden wollen? Es ist Zeit, nach vorne zu blicken und sich den dringenden Herausforderungen der Zukunft zu stellen, anstatt den alten Zeiten hinterherzujammern.