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Rainer Weinand: "Keine Kompromissbereitschaft"

Meinung : Keine Kompromissbereitschaft

Gewerbegebiet

Zum Leserbrief von Herrn Christoph Braun aus Zeltingen-Rachtig, TV vom 25. Juni 2021:

Wieder einmal fühlt sich ein Leserbriefschreiber berufen, sich zum Thema „Interkommunales Gewerbegebiet auf der Gemarkung Maring-Noviand“ zu äußern. Und zum wiederholten Mal ist es jemand, der nicht direkt davon betroffen ist, denn auch Herr Braun lebt, wie einige Schreiber vor ihm, nicht in Maring-Noviand. Warum also glaubt er, sich des Themas annehmen zu müssen? Möglicherweise will er verhindern, dass das geplante IKG verwirklicht wird, in der Hoffnung, dass sich Gewerbebetriebe in anderen Gemeinden der VG Bernkastel niederlassen – sicher gerne auch in Zeltingen-Rachtig, wo es ja bereits ein Gewerbegebiet gibt. Und die Steuern verbleiben komplett in Zeltingen-Rachtig und werden nicht, wie es beim IKG der Fall wäre, unter allen Gemeinden der VG aufgeteilt.

Auch weiß Herr Braun, ohne das hierüber jemals ein Gutachten erstellt worden wäre, bestens über die Wasserverhältnisse im Planungsgebiet Bescheid. Das von allen, übrigens auch von den Befürwortern des IKG, geforderte Gutachten können wir uns also sparen, verfügen wir doch offensichtlich in den umliegenden Gemeinden über ausreichend Fachwissen.

Immer wieder ist aus Kreisen der Gegner des IKG von der Flächenversiegelung die Rede. Gerne wird dabei übersehen, dass nahezu alle Weinbergswege im Laufe der Jahre mit einer versiegelnden Teerschicht versehen wurden, damit die heute eingesetzten Großmaschinen diese befahren können. Wie viele Hektar wurden so versiegelt? Auch war von allen, die jetzt über Flächenversiegelung reden, kein Ton zu hören, als rund um Ranzenkopf und Haardtkopf mehr als 40 Windräder im Wald aufgestellt wurden.

Sogar über die Bevölkerungsentwicklung spekuliert Herr Braun in seinen Ausführungen, und das sogar mit Zahlen bis ins Jahr 2040. Dabei kann niemand seriös Aussagen darüber treffen, wie sich die Bevölkerungszahlen in den nächsten 20 Jahren entwickeln werden. Das ist in etwa so, als würde man eine Wettervorhersage für die nächsten zwölf Monate abgeben.

Nein Herr Braun, es sollte keinen Streit um dieses Thema geben. Aber es sollte mit belegbaren Fakten und Zahlen gearbeitet werden, nicht mit Spekulationen. Und es wäre doch toll, wenn auch die Gegner des IKG Kompromissbereitschaft zeigen würden – bisher gibt es nur 100-prozentige Ablehnung, für die Suche nach Kompromissen herrscht bei den Gegnern des IKG ganz offensichtlich ein Denkverbot. Das ist schade, denn die Befürworter haben mehrfach ihre Gesprächsbereitschaft zum Ausdruck gebracht. So lange die Haltung „kein IKG in Maring-Noviand“ das Handeln der Gegner bestimmt, scheinen Kompromisse weiter entfernt als der Mond.