Regionale Wirtschaft

Zum Artikel "Wie der Flugplatz Bitburg ein Erfolgsmodell werden soll" (TV vom 5. Oktober):

Meistens sind Prognosen negativ: "geschätzter Wertverlust von Immobilien", "zukünftige Lärmbelästigung wächst" oder "Zunahme der Krebserkrankungen bis 2030 um 30 Prozent" und "Luftschadstoffe des Flugverkehrs erhöhen das Krebsrisiko auf das Hundertfache (Chicago Studie)". Als ich den Artikel zu den Ausbauplänen des Flughafens Bitburg las, dachte ich zunächst, dass wichtige Leute sich richtige, wichtige Gedanken machen und sich deshalb alles zum Guten wenden wird: 2000 neue Arbeitsplätze sind, wenn auch nur geschätzt, (ausnahmsweise) eine gute Prognose. Doch kurz darauf geriet ich ins Grübeln:Wollen wir, dass Menschen von Bitburg aus in den Urlaub starten oder dass sie dort bleiben, um Urlaub zu machen? Wird der Eisvogel bleiben, wenn Flugzeuglärm durch das Kylltal schallt? Werden Menschen bei uns Urlaub machen, die auf der Flucht sind vor dem Lärm der Großstadt, wenn die Ruhe geringfügig unterbrochen wird von den Starts und Landungen (wahlweise aus Richtung Spangdahlem oder Bitburg kommend)? Wenn wir in Zukunft zwischen zwei Flugplätzen sitzen, um wie viel Prozent steigt die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Flugzeugabsturz zum Beispiel Röhl trifft? Wenn der Flughafen 2000 neue Arbeitsplätze bringt, wie viele werden gleichzeitig der Region verloren gehen, wenn etwa Gaststätten wegen Lärmbelästigung weniger Umsatz machen und Pensionen weniger Gäste haben? Können diese 2000 neuen Arbeitsplätze überhaupt mit Menschen aus der Region besetzt werden, passen die Stellenprofile zu den hiesigen Bewerbern? Wie laut wird wirklich es werden? Kann ich noch draußen frühstücken? Wird die Krebsrate steigen? Wie hoch wird die Kerosinbelastung am Mötscher Kinderspielplatz? Ich frage nur vorsichtshalber … Nicht, dass nachher jemand behauptet, es hätte bei all den guten Prognosen nie jemand danach gefragt. Dr. Andrea Teuchert, Speicher