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leserbriefe: Relativ günstig? Laut Statistik nicht!

leserbriefe : Relativ günstig? Laut Statistik nicht!

Zum Artikel „Aufbruch in alter Baustelle“ (TV vom 19. Oktober) schreibt Dieter Hardes:

Der Kulturdezernent der Stadt Trier, Thomas Schmitt, wird im TV zitiert: „Die Finanzprobleme (des Stadttheaters), die unter Ex-Intendant Karl Sibelius eskalierten, sind gelöst … Wir sind nach wie vor das günstigste Theater in Rheinland-Pfalz …“

Mit Verlaub, die Äußerungen des Dezernenten sind nach den Daten der Theaterstatistik (zurzeit verfügbare Daten bis zur Spielzeit 2016/17) nicht nachzuvollziehen. Ein „relativ günstiges Theater“ meint wohl ein solches mit einer relativ hohen Wirtschaftlichkeit, also relativ geringen Betriebsausgaben je Besucher. Gemäß der verfügbaren Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins hatte das Stadttheater Trier nach dem Theater der Stadt Koblenz vergleichsweise hohe Betriebsausgaben, höher als das Pfalz-Theater in Kaiserslautern und höher als das Landestheater in Mainz. Auch die Einspielergebnisse, die Betriebseinnahmen in Prozent der Betriebsausgaben waren beim Stadttheater Trier (Spielzeit 2016/17) relativ geringer als in anderen Theaterstädten in Rheinland-Pfalz (10,5 Prozent der Betriebsausgaben in Trier versus 16,8 Prozent der Betriebsausgaben in Mainz als Gegenbeispiel). Auf der Basis der verfügbaren Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins lassen sich die Äußerungen des Kulturdezernenten der Stadt Trier somit nicht nachvollziehen.

Dieter Hardes, Trier